VORSCHAU
PRESSETERMINE
Hotel Aquino, Tagungszentrum Katholische Akademie
26.04.2018 00:00
Cafe Moskau
26.04.2018 00:00
Hotel Kreuz
26.04.2018 00:00

AKTUELLES PRESSEFOTO



WETTER
Graz: wolkig
28°
Innsbruck: Regenschauer
25°
Linz: wolkig
25°
Wien: wolkig
25°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
LEBEN
Di, 17.04.2018 13:30
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20180417022 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Vaginalimplantat soll HIV-Ausbreitung stoppen

Wissenschaftler machen sich körpereigene Immunität zunutze
Implantat: Dieses soll die Aktivität der T-Zellen eindämmen (Foto: uwaterloo.ca)
Implantat: Dieses soll die Aktivität der T-Zellen eindämmen (Foto: uwaterloo.ca)

Waterloo/Linz (pte022/17.04.2018/13:30) - Forscher der kanadischen University of Waterloo http://uwaterloo.ca haben ein vaginales Implantat erfunden, das Frauen vor einer HIV-Infektion schützen soll. Der Kunststoffkörper wirkt, indem er die Aktivität der sogenannten T-Helferzellen im weiblichen Genitaltrakt reduziert, die durch den Virus angegriffen werden. Wenn diese Zellen bei Kontakt mit dem HI-Virus ruhen, kann die Autoimmunkrankheit nicht übertragen werden.

Viel Forschung weiterhin nötig

"Wir begrüßen grundsätzlich jegliche Art von Forschung, die sich mit diesem Thema befasst", sagt Gesundheitspsychologe Klaus Stummer von der Aidshilfe Oberösterreich http://aidshilfe-ooe.at gegenüber pressetext. "Die jetzige 90-90-90-Strategie der WHO http://unaids.org zielt darauf ab, dass bis zum Jahr 2020 rund 90 Prozent der HIV-Infizierten von ihrer Infektion wissen, davon 90 Prozent behandelt werden und davon 90 Prozent unter die Nachweisgrenze kommen: HIV ist dann nur noch in sehr geringer Menge im Körper vorhanden und kann nicht mehr weitergegeben, beziehungsweise übertragen werden. Damit sollte laut UNAIDS die HIV-Epidemie bis 2030 zum Erliegen kommen", wie der Experte ausführt.

Auch Isabell Eibl, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien http://www.aids.at , sieht den positiven Nutzen moderner Forschung: "Gerade in der HIV-Forschung konnte in kurzer Zeit viel erreicht werden. So hat heute die HIV-Therapie nicht nur einen individuellen, sondern auch einen präventiven Nutzen. HIV-positive Menschen, die ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, sind nicht mehr infektiös, die Therapie schützt also wie ein Kondom", wie sie erklärt.

Eindämmen der Epidemie als Ziel

Inspiriert wurde das Team um Forschungsleiter Emmanuel Ho von Beobachtungen in Kenia: Hier stellten die Forscher fest, dass sich Prostituierte, die mit HIV-positiven Kunden Sex hatten, nicht mit AIDS infizierten. Begründen konnten die Wissenschaftler diesen Umstand mit einer verringerten Aktivität der T-Helferzellen bei den Frauen. Diese Zellen der Prostitituierten wiesen somit eine natürliche Immunität gegen den darauf einwirkenden HI-Virus auf.

Bestehend aus einem hohlen Röhrchen und zwei biegsamen Armen, enthält das Implantat Hydroxychloroquin, welches langsam durch das poröse Material des Röhrchens verteilt und von den Wänden des Vaginaltrakts absorbiert wird. An Tieren wurden erste Muster des Einsatzes getestet, eine signifikante Reduktion der Aktivitäten von T-Zellen war die Folge. Der Vaginaltrakt zeigte somit einen Zustand der Immunität gegen den HI-Virus.

T-Helferzellen bewusst ruhen lassen

"Bezüglich der Heilung einer HIV-Infektion wird sehr viel geforscht", sagt Stummer. "Auch wenn es vielversprechende Ansätze gibt, warten wir noch auf den großen Durchbruch. Sollte dieser gelingen, kann man aber davon ausgehen, dass eine Heilung von HIV sehr, sehr teuer und nicht allen zur Verfügung stehen wird. Deshalb sollte nichts unversucht bleiben, um eine Infektion mit HIV zu verhindern", erläutert der Experte.

"Vorbeugende Medikamente werden vornehmlich oral eingenommen, womit Wirkstoffe nie den Vaginaltrakt erreichen", sagt Wissenschaftler Ho. "Mit dem Implantat errechnen wir uns höhere Chancen, die T-Helferzellen dazu zu bringen, beim Kontakt mit dem Virus zu ruhen." Zwar wisse man noch nicht, ob das Implantat allein zur Prävention einer HIV-Übertragung beitragen könne, dies sei jedoch zukünftiger Forschungsgegenstand.

"Die neue Präventionsmethode, die derzeit an der University of Waterloo entwickelt wird, könnte die bestehenden Präventionsmaßnahmen gut ergänzen", gibt sich Eibl zuversichtlich. "Für uns ist es hier aber noch zu früh dazu, eine Aussage zu machen. Unser Credo lautet aber in jedem Fall: informieren, testen und schützen."

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Rudloff
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
pressetext.redaktion
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
Social Media
ETARGET

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising