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pte20180205016 Medizin/Wellness, Unternehmen/Finanzen

Indien von nicht zugelassenen Antibiotika überrollt

Britische Wissenschaftler sehen Gefahren im Kampf gegen Resistenzen

Antibiotika: Gesundheitsproblem in Indien (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)
Antibiotika: Gesundheitsproblem in Indien (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

London (pte016/05.02.2018/11:30) - Millionen nicht zugelassener Antibiotika werden in Indien jedes Jahr verkauft, wie Forscher der Queen Mary University of London http://qmul.ac.uk in Zusammenarbeit mit Kollegen der Newcastle University http://ncl.ac.uk ermittelt haben. Multinationale Pharmaunternehmen stellen laut den im "British Journal of Pharmacology" veröffentlichten Ergebnissen auch weiter Dutzende nicht zugelassener Rezepturen her - und das trotz weltweiter Gesundheitskrise durch zunehmende Antibiotikaresistenzen.

118 verschiedene Rezepturen

Indien verfügt über die weltweit höchsten Quoten bei Resistenzen und dem Verbrauch von Antibiotika. Parlamentarische Studien haben Fehler der für die Zulassung zuständigen Behörden sichtbar gemacht. Für die aktuelle Studie haben die Forscher die Verfügbarkeit von Antibiotika und ihren Zulassungsstatus sowie die Aufzeichnungen der Regulierungsbehörden und die Verkaufszahlen für die Jahre 2007 bis 2012 untersucht. Ausgewertet wurden Informationen zu Kombinationspräparaten und Antibiotika, die nur einen Wirkstoff enthalten.

Im Studienzeitraum wurden 118 verschiedene Rezepturen von Kombinationspräparaten verkauft. In Großbritannien und den USA waren es im Vergleich dazu nur fünf Medikamente. Von diesen 118 Rezepturen waren 64 Prozent nicht von der nationalen Regulierungsstelle Central Drugs Standard Control Organisation http://cdsco.nic.in zugelassen. Der Verkauf von nicht zugelassenen, neuen Medikamenten ist in Indien jedoch illegal. Im Vergleich dazu waren 93 Prozent der 86 Antibiotika mit nur einem Wirkstoff zugelassen.

Fehlende Zulassung ignoriert

Die besagten 118 Rezepturen der Kombinationspräparate hatten 3.307 Produkte mit Handelsmarken zur Folge, die von 476 Pharmaunternehmen hergestellt wurden. Dazu gehörte auch ein Dutzend multinationaler Unternehmen. Diese Firmen stellten 53 der 118 Rezepturen her. 20 dieser Rezepturen waren in Indien nicht zugelassen. Nur vier waren in Großbritannien und den USA freigegeben. Laut Forschungsleiterin Patricia McGettigan untergräbt dieses Vorgehen in Indien Versuche, gegen die Antibiotikaresistenzen vorzugehen. "Multinationale Unternehmen sollten den Verkauf von Produkten in Indien erklären, die nicht von ihren eigenen Kontrollbehörden und in vielen Fällen auch nicht von den indischen zugelassen sind."

(Ende)
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