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Mi, 13.09.2017 14:10
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pts20170913024 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Bei Gebärmutterhals-Krebs bessere Ergebnisse in Früherkennung durch Kombination von Diagnosemethoden

HPV-Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt

Wien (pts024/13.09.2017/14:10) - "Die Zukunft der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge liegt in der HPV-Impfung sowie in der intelligenten Kombination von beiden bekannten Methoden, die wir bereits in hoher Qualität etabliert haben: der klassische zelldiagnostische (zytologische) Untersuchung des Gebärmutterhals-Abstriches einerseits und der HPV-Testung andererseits", berichtet Prim. Dr. Christa Freibauer (Institut für Pathologie, Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf; Stv. Bundesfachgruppenobfrau in der Ärztekammer; Präsidentin elect der ÖGPath/IAP Austria). "Eine Änderung der Früherkennungsstrategien steht an, und wird in anderen Ländern bereits durchgeführt."

Kombinierter Einsatz von Molekularpathologie und Zelldiagnostik verbessert Früherkennung

Gebärmutterhals-Krebs (Zervixkarzinom) wird praktisch immer durch eine HPV-Infektion verursacht. Niedrigmaligne Viren können Genitalwarzen verursachen, hochmaligne Viren Gebärmutterhalskrebs. Durch die Vorsorgeuntersuchungen und seit einiger Zeit durch Impfungen wurde in Österreich die Häufigkeit des Zervixkarzinoms in den letzten 30 Jahren um zwei Drittel gesenkt, die Sterblichkeit wurde allerdings nur halbiert.

Derzeit wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung einmal pro Jahr eine klassische zelldiagnostische (zytologische) Untersuchung des Gebärmutterhals-Abstriches mit dem Mikroskop durchgeführt. Der HPV-Test ist nicht in das Vorsorgeprogramm eingebunden. Er wird bloß bei unklaren bzw. auffälligen zytologischen Befunden empfohlen, zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes und des Therapieerfolges. "Das Problem dabei: Eine rein zelldiagnostische Analyse zeigt bei erkrankten Frauen atypische Zellveränderungen. Es gibt jedoch Fälle, die trotz aller Sorgfalt leider nicht vermeidbar sind, in denen die zytologische Untersuchung einen negativen Befund ergibt, obwohl eine Frau an einer Krebsvorstufe oder Krebs erkrankt ist", so Prim. Freibauer. "Das bedeutet, dass Frauen mit negativem zytologischem Befund, die regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen können, an Gebärmutterhalskrebs erkrankt zu sein."

Mit den Methoden der modernen Molekularpathologie, dem HPV-Test, ist es möglich, die beim Zervixkarzinom fast immer mitverursachenden HP-Viren nachzuweisen. Ist ein HPV-high-risk-Virus nachweisbar, wissen wir, dass die Wahrscheinlichkeit Krebsvorstufen zu finden zehnmal höher ist als in der normalen Population (10 bis 20 Prozent versus 2 Prozent). Prim. Freibauer: "Ein negativer HPV-Test gibt bessere Sicherheit als eine negative zytologische Untersuchung."

Änderung der Früherkennungsstrategien steht an

Eine Änderung der Früherkennungsstrategien steht an, so Prim. Freibauer, und wird in anderen Ländern bereits durchgeführt, z.B. in Großbritannien und den Niederlanden: Nämlich der kombinierte Einsatz von Zelldiagnostik und Molekularpathologie. "Eine vorgezogene molekularpathologische Untersuchung mit einem Nachweis einer HPV-High-risk-Infektion liefert einen verlässlichen Anhaltspunkt, dass in zweiter Linie ein klassischer zytologischer Abstrich folgen soll. Der zytologische Abstrich wird damit vom Suchtest zum diagnostischen Test", sagt Prim. Freibauer. "Zwar verhandeln Sozialversicherungsträger und Ärztevertreter derzeit noch über die Einführung dieser kombinierten Untersuchungsmethode, wir sind aber optimistisch, dass wir diese Möglichkeit in Zukunft standardmäßig anbieten können."

HPV-Impfung vor dem ersten Sexualkontakt und auch für junge Männer

Noch größere Bedeutung als die Früherkennung hat die HPV-Impfung. Durch die Impfung besteht die Möglichkeit, Krebs und Krebsvorstufen gänzlich zu verhindern. Direkt schützt die Impfung auch vor anderen HPV-assoziierten Erkrankungen wie Analkarzinomen, Mund- und Peniskarzinomen.

Österreich war das erste Land, in dem eine geschlechtsneutrale Impfung empfohlen wurde, also nicht nur der Mädchen, sondern auch der Buben. Prim. Freibauer: "Die geschlechtsneutrale Impfung bringt viele Vorteile, Buben sind nicht darauf angewiesen, nur indirekt durch die Impfung der Mädchen geschützt zu werden, vor allem würden homosexuelle Männer ungeschützt bleiben."

Bisher sind die Impfraten in Österreich mit etwas über 60 Prozent in der 4. Schulstufe noch nicht befriedigend, sie sollte auf zumindest 80 Prozent gesteigert werden. Prim. Freibauer: "Dabei haben Länder wie Australien, Dänemark oder England gezeigt, dass hohe Durchimpfungsraten nicht nur Genitalwarzen fast ausgerottet, sondern auch die Krebsraten deutlich gesenkt haben. Dass diese absolut sichere Impfung nur bedingt angenommen wird, hat vor allem damit zu tun, dass noch viel zu wenig in Aufklärungsprogramme investiert wurde." In Australien z. B. haben großangelegte und von Prominenten unterstützte Plakat-Kampagnen für Durchimpfungsraten von über 90 Prozent gesorgt.

Was im Zuge der notwendigen Intensivierung der Aufklärungsarbeit mit diskutiert werden sollte, ist die Tatsache, dass junge Menschen heutzutage immer früher geschlechtsreif werden und sich daher früher dem Risiko einer HPV-Infektion aussetzen. Im nationalen Impfprogramm gibt es den 9-fach-Impfstoff kostenfrei vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr. Prim. Freibauer: "Da die Impfung den größten Nutzen hat, wenn sie vor dem ersten Kontakt mit HPV verabreicht wurde, sollte sie so früh wie möglich, und idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt in Anspruch genommen werden."

(Ende)

Aussender: B&K - Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Ansprechpartner: Mag. Roland Bettschart
Tel.: +43-1-319 43 78
E-Mail:
Website: www.bkkommunikation.com
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