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Mi, 13.09.2017 06:00
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pte20170913001 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Augen von ADHS-Patienten bewegen sich anders

Betroffene reagieren in Tests oft abweichend auf erwartbare Ereignisse
Auge: Neue Erkenntnisse bei ADHS erforscht (Foto: pixelio.de, MietzeMau)
Auge: Neue Erkenntnisse bei ADHS erforscht (Foto: pixelio.de, MietzeMau)

Tel Aviv (pte001/13.09.2017/06:00) - Ein Verfahren, das winzige Bewegungen des Auges misst, könnte laut Forschern der Tel Aviv University http://english.tau.ac.il dabei helfen, die Hyperaktivitätsstörung ADHS besser zu verstehen. Kleine unwillkürliche Augenbewegungen, Sakkaden und Mikrosakkaden, liefern den Experten neue Erkenntnisse über die verborgenen Arbeitsweisen von mentalen Prozessen wie Aufmerksamkeit und Erwartung. Details wurden in "Psychological Science" publiziert.

Unterschiedliche Muster

Laut Forschungsleiterin Shlomit Yuval-Greenberg ist das Auge ruhelos und es kommt dauernd zu Augenbewegungen, auch wenn Beobachter versuchen, sie zu vermeiden. "Unsere Studie zeigt, dass dieser kontinuierliche Strom von Augenbewegungen kurz vor einem erwarteten visuellen Erlebnis pausiert. Diese Abschwächung der Augenbewegungen kann als Anhaltspunkt genutzt werden, ob und wann das Eintreten von normalen Ereignissen wirklich vorhergesehen wurde." Personen ohne ADHS haben bei den Augenbewegungen andere Muster als Betroffene.

"Menschen mit ADHS neigten dazu, ihre Augenbewegungen vor einem vorhersagbaren Ereignis nicht abzuschwächen. Damit liegt nahe, dass sie nicht in der Lage waren, das Ereignis vorherzusagen und/oder entsprechend der Vorhersage zu handeln", so Yuval-Greenberg. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die sorgfältige Analyse von Augenbewegungen einen objektiven Maßstab zur Ergänzung anderer Verfahren bei Diagnose und Überprüfung der Effektivität der Behandlung bieten könnte.

Tests mit 40 Personen

Für die Studie wurden Daten von 20 Personen mit ADHS und 20 von Probanden ohne ADHS gesammelt. Vor den Tests wurden die ADHS-Patienten ersucht, 24 Stunden lang keine Medikamente gegen ihre Krankheit einzunehmen. Die Teilnehmer kamen an zwei verschiedenen Tagen ins Labor. Auf einem Bildschirm wurde ihnen eine Reihe farbiger Formen gezeigt. Dabei wurden ihre Augenbewegungen gemessen. Die Teilnehmer wurden auch gebeten, eine Taste zu drücken, wenn sie ein rotes Quadrat sehen, das in rund 25 Prozent der Zeit auftauchte.

An einem Tag wurden die Formen in vorhersehbaren Abständen gezeigt. Alle zwei Sekunden erschien das nächste Bild. Am anderen Tag variierten die Intervalle zwischen einer und 2,5 Sekunden. Nicht gesagt wurde, dass das Timing bei beiden Sitzungen unterschiedlich sein würde. Bei vorhersehbaren Abständen reagierten die Teilnehmer der Kontrollgruppe rascher. Die Reaktionszeiten der ADHS-Patienten verbesserten sich unter vorhersehbaren Bedingungen jedoch nicht. Die Kontrollgruppe wies vor einem vorhersehbaren Ergebnis eher weniger Augenbewegungen auf. Bei der ADHS-Gruppe war das nicht der Fall.

Es zeigte sich, dass eine ADHS-Diagnose nicht der beste Prädikator für die Fähigkeit einer Person war, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren. Nicht alle Betroffenen hatten Schwierigkeiten, sich während einer monotonen Aufgabe zu konzentrieren. Laut Yuval-Greenberg bestand die größte Überraschung darin, dass die Fähigkeit, sich während einer ganzen Aufgabe zu konzentrieren, ein besserer Prädikator für die Abschwächung der Augenbewegungen war als das Vorhandensein oder Fehlen einer ADHS-Diagnose.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
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