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"Big Data"-Symposion in Linz

Verheißungen der Big Data-Propheten auf dem Prüfstand

Linz (ptp008/27.04.2017/09:00) - Big Data ist in aller Munde. Eine glorreiche Zukunft wird uns prophezeit, in der "Datengesellschaft". "Big Data" soll uns zu einem "besseren Leben" führen, soll uns "heilen", terroristische Anschläge verhindern, zu mehr Gleichheit und Emanzipation von uns allen führen ("Empowerment"). Wir alle seien keine passiven KonsumentInnen mehr, wie alle seien nun aktive "Prosumers".

Goldgräberstimmung

Big Data war ursprünglich ein technischer Begriff für Datenmengen, die bei der Analyse (v.a. in sog. "Echtzeit") die konventionellen Computerkapazitäten überforderten (z.B. in der Klimaforschung). Heute wird der Begriff Big Data äußerst vage und vieldeutig verwendet, um unterschiedlichste direkt oder indirekt kommerzielle Ziele zu verfolgen (z.B. Siege in Formel-1-Rennen, Prognosen von Aktienkursen und Seuchen, invasives Marketing), oder politische Ziele: Die massive Beeinflussung des Wahlverhaltens von Millionen nach dem Motto "Wir kennen Euch besser als ihr selbst". Es geht um Kontrolle, gerade auch um die Kontrolle der Zukunft. Goldgräberstimmung macht sich breit ...

Leben in der Endlosschleife?

Big Data wird für gewöhnlich beschrieben über die drei "Vs" (Velocity = Geschwindigkeit, Volume = Masse, Variety = unterschiedlichste "Daten", von Videos über Handy-Daten bis Sensoren, sollen verknüpft werden). Ja, die Daten seien unvollständig und fehlerhaft, aber Genauigkeit sei unwichtig. Die schiere Masse bringe es. In unseren Workshops möchten wir versuchen, die Methoden der Big Data-Analytik verstehen und kritisieren zu lernen und ihre möglichen Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben abzuschätzen. Ethische Überlegungen sind dabei unverzichtbar. Beschert uns Big Data tatsächlich das gelobte digitale Land? Oder geraten wir in Endlosschleifen? Denn die Big-Data-"Prognosen" betreiben die Fortschreibung des Bisherigen und dessen Verstärkung. Wo bleibt da noch Platz für Neues?

"Autopoetisches" (Niklas Luhmann) System?

Ein großer Teil der in sozialen Medien generierten "Daten" (als "Meinungsäußerung" getarnte Werbung bzw. Wahlwerbung) stammen bekanntlich von BOTS (Abkürzung für Roboter = spezielle Programme, die erfolgreich "menschliche" Äußerungen simulieren können) oder bezahlten Propagandisten ("Kampfpostern") bzw. WerbeposterInnen. "Messen" also die Big Data-Analytiker vielfach nur die "Daten", die sie selbst (oder andere verwandte Firmen bzw. Organisationen) vorher eingeschleust haben? Degeneriert das Internet zu einem rein "autopoetischen" (Niklas Luhmann) System?

Déjá vu

Viele die Versprechungen der zu Beginn genannten Verheissungen kennen wir bereits von früheren technologischen Innovationen, sogar von so inzwischen rührend-altmodisch wirkenden wie der Super8-Schmalfilmtechnik oder der Compact-Kassette. Auch dem Internet wurde bereits vor Jahrzehnten zugeschrieben, "in Kürze" jedem Menschen Zugang zum "gesamten Wissen der Welt" zu verschaffen, ja die "kollektive Intelligenz der Menschheit" hervorzubringen. Empirische Studien zeigen aber anderes, nämlich die Passivität fast aller UserInnen. Selbst höchst kollaborative Projekte wie Wikipedia werden demnach nur von einer ganz kleinen Gruppe äußerst aktiver UnserInnen getragen. Auch im WWW gilt der Matthäus-Effekt (Merton); "Jene die haben, denen wird gegeben werden; jene die nichts haben, wird sogar das noch genommen werden." Die mediale Machtkonzentration war jedenfalls noch nie so extrem wie heute.

Ende der Theorie, Ende der Wissenschaft?

Für eine wissenschaftliche Tagung aber am allerwichtigsten: Big-Data-Prophet Chris Anderson (Journalist, Gründer DIY Drones, CEO von 3DRobotics) proklamiert allen Ernstes das "Ende der Theorie", das Ende wissenschaftlicher Modelle, das Ende wissenschaftlicher Methoden: Wir brauchen angeblich nur mehr Daten, möglichst viele, möglichst schnell - denn die Daten würden "für sich selbst sprechen". Angesichts solcher Äußerungen sind die Perspektiven kritischer Sozial- und Kulturwissenschaften, von Wissenschafts- und Kulturtheorie bis Informationsethik und Informationswissenschaft unverzichtbar. Sie stehen daher im Vordergrund der Vorträge, Diskussionen, Präsentationen und der Science Datings.

Kontakt und wissenschaftliche Leitung:
A. Univ. Prof. Dr. Gerhard.Froehlich
E-Mail: Gerhard.Froehlich@jku.at

Programm:

Plenartermine: Do., 27.4.2017 ab 15.30 Uhr, Fr. 28.4.2017 ab 13 Uhr s.t.
Ort: Johannes Kepler Universität Linz, Uni-Center, 2. Stock, Repräsentationsraum G

Do., 27.4.2017, ab 15 Uhr: Kennenlernen, Kaffee & Kekse

Do., 27.4.2017, 15.30 Uhr: Workshop 1: "Gläserne Menschen?"
Moderation: Dr.in Terje Tüür-Fröhlich, MSSc, Institut für Philosophie & Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz

- A. Univ. Prof. Dr. Gerhard Fröhlich, Institut für Philosophie & Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz: "Big Data: Die Verheißungen"

- Mag.a Silja Kempinger, Kulturinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz: "Sie wissen mehr über dich als du selbst. Big Data: Verheißung, Empörung, Enttäuschung"

- Mag.a Dr.in Andrea Ghoneim, Donau-Universität Krems: "David gegen Goliath - oder welche Datenbasis bringt welche Erkenntnisse?"

Fr., 28.4. 2017, ab 12.30 Uhr

13 Uhr s.t., Workshop 2: "Rohes & Gekochtes"
Moderation: Mag.a Silja Kempinger, Kulturinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz

- Gerhard Fröhlich, Institut für Philosophie & Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz, Linz: "Rohes" & "Gekochtes, informationswissenschaftlich"

- A. Univ. Prof. Dr. Herbert Hrachovec, Institut für Philosophie, Universität Wien: "Rohdaten oder Der Mythos des Vorgegebenen"

- Dipl. Soz. Dr. Ulrich Herb, Universität Saarbrücken: "Metriken, Kennziffern, Event Logging - Informationswissenschaft pro oder contra Wissenschaftssteuerung"

15.30 Uhr Pause

Fr., 29.4. 2017, 16 Uhr s.t., Workshop 3: "Himmel & Erde"
Moderation: Dr.in Terje Tüür-Fröhlich, MSSc, Institut für Philosophie & Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz

- Privatdozent (St. Gallen) Dr. Dirk Solte, Karlsruhe: "Big Data-Analytik - Auswirkungen auf Beschäftigung und Teilhabefairness"

- Mag. Andreas Vogl, Wels: "Datenbilder und der Kampf um Aufmerksamkeit"

Abschlussdiskussion

Science Datings
20 Minuten wissenschaftliche Sprechstunde, alleine mit eineR ReferentIn nach Vereinbarung, v.a. Fr., 28.4. 2017, 10 bis 13 Uhr

Veranstalter:
Kulturinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Powered by JKU. Gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung. Coop Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie JKU. Dank an: Buchhandlung Fürstelberger/Linz; AG Kulturphilosophie und Wissenschaftsforschung im Hochschulverband Informationswissenschaf (HI), Sektion Kulturtheorie und Kulturforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS), Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs (VWGÖ).

Programm: http://www.kulturinstitut.jku.at/symposion2016.html

Die meisten Inhalte, Nachhaltiges, Medienreaktionen etc. werden erst nach dem Symposion geladen.

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

(Ende)

Aussender: VWGÖ - Verband Wissenschaftlicher Gesellschaften Österreichs
Ansprechpartner: Michaela Pinkawa
Tel.: +43650 54 48 086
E-Mail:
Website: www.vwgoe.at
VWGÖ - Verband Wissenschaftlicher Gesellschaften Österreichs
   
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