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Fast Food: Werbende Ketten machen Kinder gefügig

TV-Spots in den USA fragwürdig - Richtlinien in Europa deutlich strenger


Fast Food: Kinder in den USA Hauptzielgruppe (Foto: pixelio.de/Thommy Weiss)
Fast Food: Kinder in den USA Hauptzielgruppe (Foto: pixelio.de/Thommy Weiss)

New Haven/Berlin (pte035/05.11.2013/13:55) - Kinder in Amerika sehen nach wie vor zu viel Werbung für Fast Food. Im Vergleich zu 2010 haben die Werbeeinschaltungen zwar abgenommen, die Kleinen konsumieren dafür aber mehr TV-Spots, die eigentlich an Erwachsene gerichtet sind, wie das Yale Rudd Center for Food Policy & Obesity http://yaleruddcenter.org herausgefunden hat.

Deutsche Gesetze strenger

"Man kann die Studienergebnisse nicht so leicht auf Deutschland übertragen, das Mediennutzungsverhalten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind in Amerika ganz anders", so Julia Busse, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin des Deutschen Werberats http://werberat.de , gegenüber pressetext.

Es gibt ein europäisches Gesetz, dass besagt, dass in der Werbung keine Aufforderungen zum Kauf wie "hol dir das" oder "kauf dir das" vorkommen dürfen. Außerdem darf die Leichtgläubigkeit der Kinder nicht ausgenutzt werden. So ist es untersagt, dass Werbung getarnt wird oder gar irreführend wirkt.

Die Studie "Fast Food Facts 2013" kann dem Werbeverhalten 18 großer Fast-Food-Ketten wie McDonald's, Burger King oder KFC jedenfalls nur wenig abgewinnen. Im vergangene Jahr hat die Fast-Food-Industrie 4,6 Mrd. Dollar für Werbung ausgegeben, deren Hauptzielgruppe nach wie vor Kinder und Jugendliche sind. Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren haben um zehn Prozent weniger Werbung für ungesundes Essen gesehen. Vor allem McDonald's und Burger King haben sich hier mäßig bis stark eingeschränkt.

Bevölkerungsgruppen im Fokus

Ausreden dafür, dass Kinder Werbung für Erwachsene sehen, sind schnell gefunden. Wendy's beispielsweise bewirbt seine Produkte im Cartoon Network http://cartoonnetwork.com nur in einer abendlichen Sendung für Erwachsene, so ein Sprecher. Jennifer Harris vom Yale Rudd Center weist indes darauf hin, dass man bereits weiß, dass Kinder diese Sendung häufig sehen. Werbetreibende würden das nicht als Werbung für Kinder zählen.

Hierzulande ist die Situation hingegen grundlegend anders: "In Deutschland gibt es einerseits gänzlich werbefreies Kinderfernsehen, bei anderen Kindersendungen darf es keine Werbeunterbrechungen geben", erklärt Busse. Die Erhebung hat auch aufgezeigt, dass in den verschiedenen US-Bevölkerungsgruppen unterschiedlich viel geworben wird. Afroamerikanische Kinder sehen um 60 Prozent mehr Fast-Food-Werbung als weiße Kinder. Kinder spanischer Herkunft sehen mindestens einen Spot pro Tag im spanischen TV.

(Ende)
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