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Sa, 18.08.2012 09:45
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pte20120818005 Tourismus/Reisen, Umwelt/Energie

Großvenediger: Solange der Gletscher noch liegt

Österreichs schönster Eisgipfel liefert Panorama mit hundert 3000ern
Blick auf den Großvenediger
Blick auf den Großvenediger
[ Fotos ]

Virgental (pte005/18.08.2012/09:45) - Es ist alljährlich dasselbe Ritual. Im Hochsommer, wenn die Hitze am drückendsten ist, liefern die heimischen Glaziologen verlässlich ihre Berichte zur aktuellen Gletscherschmelze in den heimischen Alpen. Am schlimmsten erwischt es traditionell die Ötztaler Alpen, gleich dahinter rangiert die Venedigergruppe und natürlich die berühmte Pasterze am Großglockner. Allein im Jahr 2011 haben die "Top 15 Gletscher" zwischen 30 bis 60 Meter an Länge verloren, und 4,4 Meter sank die Eisoberfläche im Schnitt ein. http://bit.ly/PzTw7M

Es ist keine Neuigkeit mehr, dass die Gletscher weltweit auf dem Rückzug sind. Klimawandel und CO2-Ausstoß haben den Eispanzern mächtig zugesetzt, in den Alpen ebenso wie im Himalaya, im Kaukasus oder in Alaska. In Neukirchen am Großvenediger (Kammerlandstall) läuft aktuell eine eigene Ausstellung zum Thema "Gletscher gestern - heute - morgen" als Beitrag dazu, "intakte Zonen für kommende Generationen zu erhalten". Schnee und Eis trügen als weithin sichtbare Landschaftselemente des Hochgebirges schließlich zur Attraktivität der Hohen Tauern bei, sagen die Initiatoren vom Verein Tauriska. http://www.tauriska.at

Die Ausstellung zeigt auf, dass die 173 Salzburger Gletscher seit 1969 von 91 Quadratkilometern Fläche auf 66 Quadratkilometer zusammengeschrumpft sind. Auch an Volumen haben die Salzburger Gletscher deutlich abgenommen, allein seit 1982 hat das Bundesland rund 27 Mio. Kubikmeter Eis oder fast ein Drittel verloren. Daraus ergibt sich konsequenterweise die Frage, bis wann das "ewige Eis" völlig verschwindet und ob kommende Generationen die Alpen noch mit Gletscher erleben werden.

König der Gletschergipfel - weltalte Majestät

Über einhundert 3000er Berggipfel zählt die Venedigergruppe, das nachweislich größte zusammenhängende Gletschergebiet der Ostalpen, und über 30 Alpenvereinsschutzhütten, die sich um das Wohl der Besucher kümmern. Der allgmeine Gletscherschwund ist unübersehbar, doch das tut dem Panorama keinen Abbruch. Der Großvenediger überragt die anderen mit seinen 3.666 Metern nicht nur an Höhe, sondern auch auch an Schönheit. Im Beautycontest würde er wohl jeden anderen Gipfel schlagen.

Auch sein Name ist legendär. Er geht vermutlich auf den regen Alpentransit der "Venedigermanderln" in vergangenen Jahrhunderten zurück, welschen Kaufleuten, die über die Tauernroute zwischen Deutschland und Italien handelten. Die offizielle Erstbesteigung fand allerdings sehr spät statt, 40 Jahre nach der denkwürdigen Glocknerbesteigung - am 3. September 1841. Mit dabei war unter anderem der Salzburger Topograph Ignaz von Kürsinger, der den schnee- und eisbedeckten Koloss zurecht "weltalte Majestät" nannte.

Auf alten Gemälden und Postkartenansichten reichte der Schlatenkees auf der Osttiroler Seite noch bis ins tiefe Tal herunter. Heute muss man schon weit über die 3.000 Marke klettern, um ewiges Eis unter den Bergschuhen knirschen zu hören. Selbst wo in den 1970er-Jahren noch pralle Gletscher züngelten, dominieren heute Geröll, Felsbrocken, Moränenwälle und abgeschliffene Gneisplatten - Zeugen der ehemaligen Vergletscherung. Der knapp 50jährige Bergführer Wolfgang Islitzer aus Hinterbichl im Virgental bestätigt die wissenschaftlichen Erkenntnisse. "Die Gletscher haben ein Ablaufdatum", meint er nachdenklich.

Wiederholte Wärmeperioden in vergangenen Jahrtausenden

In Zahlen vom Ort des Großvenedigers: Der Mullwitzkees verlor seit 2006 jährlich zwischen 1,4 und 4,4 Millionen Kubikmeter und damit bis zu 1,2 km2 an Fläche, die Gletscherzunge des Schlatenkees zog sich um mehr als 150 Meter zurück, jene des Umbalkees sogar um fast 450 Meter, berichtete die Presse im Vorjahr unter Berufung auf Experten. Auch der Obersulzbachkees werde Jahr für Jahr kleiner. 320 Meter sind es seit 1998, das Volumen verringerte sich in den vergangenen 150 Jahren von 1,4 Milliarden auf 400 Millionen Kubikmeter: Zahlen, die durchaus dramatisch sind, aber kein Grund für Panik.

Laut Gernot Patzelt vom Institut für Hochgebirgsforschung der Universität Innsbruck gab es Gletscherschwundperioden dieser Art in der Vergangenheit mehrfach und auch in deutlich stärkerem Ausmaß. "Die Rekonstruktion der Gletscherentwicklung erlaubt die Aussage, dass in rund 65 % der letzten 10.000 Jahre die Gletscher kleiner waren und die Sommertemperaturen daher so hoch oder höher lagen als heute", erklärte Patzelt in einer Publikation des Europäischen Instituts für Klima und Energie. http://bit.ly/NtF9h0

Laut dem Klimaforscher liegt das heutige Temperaturniveau innerhalb des natürlichen, von Menschen nicht beeinflussten Schwankungsbereichs. Der gegenwärtige Rückgang der Alpengletscher könne also nicht als Bestätigung für die Hypothese eines anthropogen verursachten Klimawandels dienen. In der älteren Nacheiszeit habe es nach derzeitigem Kenntnisstand mehrere Perioden mit höheren Temperaturen als heute gegeben, die - nicht unterbrochen - bis zu 1.000 Jahre angehalten haben. In den letzten 3.500 Jahren waren hingegen die Kaltzeiten dominant.

Gipfeltour in zwei Tagen empfehlenswert

Obwohl man den Großvenediger von Hinterbichl aus mit Hüttentaxi auch in einem Tag schafft, empfiehlt sich aufgrund der beträchtlichen Höhenmeter, die zu überwinden sind, eine Zweitagestour. Am ersten Tag geht es von über die hervorragend bewirtschaftete Johannishütte zum Defreggerhaus. Nach einer kurzen Nacht beginnt dann in aller Herrgottsfrüh' die Gletschertour. Ein zeitiger Aufstieg ist gerade im Sommer wichtig, da später die Sonne den Weg unter Umständen zu einem matschigen Vergnügen macht.

Die Wegzeiten (ohne Hüttentaxi) von Hinterbichl (1.300 m) bis zur Johannishütte (2.121 m) liegen bei 2 Stunden, weiter zum Defreggerhaus auf 2.962 m sind es 2 1/2 Stunden. Von dort zum Gipfel: 2 1/2 - 3 Stunden (abhängig von den Verhältnissen auf dem Gletscher). Das Eis sollte nur mit Seilschaft oder Bergführer betreten werden. Auch 2012 gab es wieder unnötige Unfälle durch nicht angeseilte Bergsteiger. Information: http://www.venediger-bergfuehrer.at

Fotodienst-Album: http://fotodienst.pressetext.com/album/3059

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wilfried Seywald
Tel.: +43 1 81140-116
E-Mail:
Website: www.pressetext.at
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