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pte20111110018 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Forscher gewinnen Stammzellen aus Fettgewebe

Heilung von Narben und anderen geschädigten Hautarealen möglich


Narbe am Daumen: Neues Verfahren lindert Schmerzen (Foto: pixelio.de, marika)
Narbe am Daumen: Neues Verfahren lindert Schmerzen (Foto: pixelio.de, marika)

Hannover (pte018/10.11.2011/12:00) - Plastische Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) http://www.mh-hannover.de gewinnen Stammzellen aus Fettgewebe, um damit geschädigte Haut zu heilen. Strahlengeschädigte Haut, Narben, Konturstörungen und Wundheilungsmethoden können mit dem neuen Verfahren besser behandelt werden, heißt es aus der MHH. Zwar wurde Körperfett in der Plastischen Chirurgie lange als Material genutzt: "Aber nicht zur Rekonstruktion von Narbenfeldern, Defekten und ähnlichem", sagt Peter Vogt, Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, gegenüber pressetext.

"Die Methode - explizit die Verpflanzung von Fettstammzellen oder Vorläuferzellen - kann daher heute teilweise aufwändige rekonstruktive Eingriffe ersetzen", ergänzt Vogt. Damit bekommen Fettpölsterchen in der Medizin eine ganz neue Bedeutung. Fettgewebe enthält ohnehin eine hohe Menge regenerativer Vorläuferzellen. In 100 Millilitern wurden eine Mio. Stammzellen nachgewiesen. "Diese Stammzellen bieten eine viel versprechende Quelle für die Stammzelltherapie zur Rekonstruktion und Regeneration von Weichteilen", so Vogt.

Forschung deutschlandweit führend

Das Fettgewebe kann während einer Fettabsaugung, einer Standardoperation für die Plastischen Chirurgen, in großen Mengen gewonnen werden. Professor Vogt zählt mit seiner Klinik zu den Vorreitern dieser Therapie in Deutschland. Bislang hat die MHH-Klinik sieben Patienten mit diesem Verfahren behandelt. Bei einer Patientin aus Hessen hatten sich nach der Resektion und Bestrahlung eines bösartigen Weichteiltumors im Bereich des Schulterblattes Verknöcherungen und schmerzhafte Narben mit einem ausgedehnten Strahlenschaden entwickelt.

Vogt und sein Team trugen die Verknöcherungen ab und behandelten das Radioderm mit stammzellangereicherten Fetttransplantaten. Die Therapie brachte für die Frau eine deutliche Schmerzreduktion und einer Verbesserung des Narbenbildes. Ohne die stammzellangereicherte Fetttransplantation wäre die Rekonstruktion nur mit einer ausgedehnten Lappenplastik möglich gewesen. Das wäre dann aber nur in einer mehrstündigen Operation möglich gewesen.

(Ende)
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