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pte20110228022 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

Anzeigenfinanzierte Ärzteblätter oft unkritisch

Werbung und Journalismus verschwimmen bei der Berichterstattung


Medikamente: Berichterstattung oft unkritisch (Foto: fotodienst.at/Anna Rauchenberger)
Medikamente: Berichterstattung oft unkritisch (Foto: fotodienst.at/Anna Rauchenberger)

Hamburg/Totonto (pte022/28.02.2011/13:50) - In anzeigenfinanzierten Zeitschriften wird über Pharmaprodukte unkritisch und industriefreundlich berichtet. Das haben Allgemeinmediziner aus Marburg, Göttingen, Hamburg und Toronto herausgefunden. Die Mediziner verglichen Zeitschriften mit und ohne Werbung. Die werbefinanzierten Blätter empfehlen Therapien im redaktionellen Teil und schalten gleichzeitig eine Anzeige.

Die Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit für Medikamente wird geschickt versteckt. "Sonst wäre es zu offenkundig", sagt Annette Becker, Institut für Medizinische Psychologie http://www.uni-marburg.de , gegenüber pressetext. "Sie schreiben nicht den Namen des Präparats sondern nur den Namen des Wirkstoffs. Da kann man nicht direkt vermuten, dass es Werbung ist."

Neue Medikamente, unkritisch empfohlen

Für die Ärzte sei es schwierig zu differenzieren, wo jemand etwas verkaufen will und wo sie ehrliche Informationen bekommen, meint Becker. Häufig werden Medikamente beworben, die frisch auf dem Markt sind. "Häufig stehen sie noch unter Patentschutz und es gibt oft noch keine Langzeiterfahrung damit."

Neue Medizin werde in den Zeitschriften, die abonniert werden müssen, hingegen kritischer beurteilt. Gemischt finanzierte Zeitschriften, wie etwa das Deutsche Ärzteblatt, hätten die Tendenz, weder dafür noch dagegen dagegen zu sein. Die anzeigenfinanzierten Zeitschriften werben aber mehr oder weniger offensichtlich für die neuen Produkte der Pharmaindustrie. "Da wo sich Ärzte fortbilden wollen, dürfte man sowas nicht erwarten", sagt Becker.

Wie sich die Zeitschriften finanzieren, so berichten sie auch

Um aus dieser Misere zu kommen, könne man den zuständigen Verlagen nicht ins Gewissen reden. "Wir wären weltfremd, wenn wir sagen, sowas darf es nicht geben", sagt Becker. Den Ärzten sollte klar sein, dass Informationen, die gratis in die Praxis flattern, auch eine Tendenz haben können. Die Autoren der werbefinanzierten Zeitschriften mit PR-Tendenz sind meist Ärzte, die ohnehin viel mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten. "Irgendwann nehmen diese Ärzte auch die Perspektive der Industrie ein."

Die Wissenschaftler werteten 465 Ausgaben von elf deutschen Weiterbildungsmagazinen aus. Sie identifizierten 638 Anzeigen für innovative Arzneimittel sowie 497 redaktionelle Beiträge, die eine Empfehlung für oder gegen diese Präparate aussprechen. Bei zwei der untersuchten Journale lässt sich sogar zeigen, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer therapeutischen Empfehlung mehr als verdoppelt, wenn eine Anzeige geschaltet wurde.

(Ende)
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