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pte20101030004 Forschung/Technologie, Computer/Telekommunikation

Vision: Menschen werden Netzwerkknoten

Body-to-Body-Networks können Mobilfunknetze entlasten


Handy-User: Der Mobilfukmast von morgen (Foto: aboutpixel.de, Jonathan Spielbrink)
Handy-User: Der Mobilfukmast von morgen (Foto: aboutpixel.de, Jonathan Spielbrink)

Belfast (pte004/30.10.2010/06:20) - In Zukunft wird jedermann zu einem Netzwerkknoten. Diese Vision verfolgen Ingenieure an der Queen's University in Belfast. Sie arbeiten an der Umsetzung von Körper-zu-Körper-Netzen (Body-to-Body-Netzworks, BBNs), die beispielsweise neue mobile Gaming-Erfahrungen ermöglichen. "Große Menschenmengen könnten in Sport- oder Actionspielen gegeneinander antreten, die Bewegungsdaten aus Sensoren wie Beschleunigungsmessern nutzen", erklärt Simon Cotton vom Belfaster Institute of Electronics, Communications and Information Technology (ECIT) http://www.ecit.qub.ac.uk gegenüber pressetext.

Die Körper-zu-Körper-Netze versprechen freilich auch große Vorteile für ernsthafte Anwendungen wie beispielsweise im Gesundheitswesen. "Wenn sich die Idee durchsetzt, könnten gerade in Gegenden mit hoher Bevölkerungsdichte auch weniger Sendeanlagen für Handy-Dienste ausreichen", meint zudem der Wissenschaftler.

Logischer Schritt

Schon seit einigen Jahren wird viel an Systemen gearbeitet, die Informationen an der Oberfläche des menschlichen Körpers austauschen - sogenannte Body-Area-Networks. Für das ECIT-Team ist es der logische nächste Schritt, an der Kommunikation der Körpernetze miteinander zu arbeiten. Dabei können die Forscher auf Erfahrungen aus einem Projekt zu militärischen BBNs (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/091105036/) zurückgreifen. Das neue Projekt wird dabei deutlich umfassender ausfallen, beispielsweise in Sachen genutzter Frequenzbänder.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind laut Cotton schier grenzenlos. "BBNs werden völlig mobiles Cloud Computing ermöglichen. Ein User könnte beispielsweise auf Personen in der Umgebung zurückgreifen, um Berechnungen für ressourcenintensive Games auszulagern", erläutert er. Mit passenden Sensoren am Körper wiederum würden die Netzwerke ein kostengünstiges, routinemäßiges mobiles Gesundheits-Monitoring erlauben. Denkbar ist zudem, dass dank der direkteren Vernetzung weniger herkömmliche Mobilfunkmasten benötigt werden. Durch kürze Signalwege wäre dieser Ansatz auch stromsparender.

Kinderschuhe

Noch steht die Idee der Körper-zu-Körper-Vernetzung am Anfang. Die Belfaster Forscher habe ein fünfjähriges Projekt in Angriff genommen, um zunächst Modelle für BBN-Technologien zu entwickeln. Das soll als Basis für die praktische Umsetzung dienen. Bislang ist der Bedarf freilich noch gering, da auch Körpernetze noch kaum im Paxiseinsatz sind. "Wenngleich der Markt für tragbare drahtlose Sensoren noch in den Kinderschuhen steckt, wird erwartet, dass er bis 2014 auf über 400 Mio. Geräte pro Jahr wächst", betont jedoch Cotton.

(Ende)
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Ansprechpartner: Thomas Pichler
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