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pte20100824003 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle

Onlinekontakte für Jugend wichtiger als Nachbarn

Studie: Virtuelle Community ersetzt zunehmend die Peer-Group


Kinder am Computer: Das Internet bestimmt das Selbstbild mit (Foto: pixelio.de/Berger)
Kinder am Computer: Das Internet bestimmt das Selbstbild mit (Foto: pixelio.de/Berger)

Turku (pte003/24.08.2010/06:05) - Bekanntschaften aus dem Internet prägen ganz entscheidend die Identität und Werte von Jugendlichen. Zu diesem Schluss kommen finnische Forscher im Journal of "Youth Studies". "Social Networking, Online-Spiele und andere Aktivitäten im Web werden für junge Menschen immer wichtiger und es ist für sie selbstverständlich, in Foren ihre Meinung zu posten oder virtuelle Kontakte zu pflegen. Bisher sieht man diese Erfahrungen jedoch noch kaum als Kontexte für Identifikation und Sozialisierung", sagt Studienautor Pekka Räsänen von der Universität Turku http://www.utu.fi/en gegenüber pressetext.

Starke Identifikation

Die Wissenschaftler fragten 4.300 Jugendliche mit durchschnittlich 17 Jahren, wie sehr sie sich als Teil vorgegebener Gruppen sahen. Erwartungsgemäß nannten sie die Familie am häufigsten, dahinter kamen jedoch gleich die virtuellen Kontakte. "Alle anderen Gruppen wie Jugendliche der Wohnumgebung oder auch Bekanntschaften von der Ausübung eines Hobbys oder einer Sportart waren weit davon abgeschlagen", berichtet der Soziologe.

Die Community sieht der Experte in einer sehr ähnlichen Rolle wie bisher die traditionellen Peer Groups. Dass Letztere immer mehr an Bedeutung verlieren, sei unter anderem eine Zeitfrage. "Jugendliche verbringen mehr Zeit denn je im Internet, was zu Lasten etwa von Hobbys und Sport geht." Dazu sind Übersiedlungen von Familien in andere Städte im Zuge gestiegener Mobilität am Arbeitsplatz heute häufiger als früher. Das Ausweichen auf Internetkontakte scheint somit logisch.

Zukunft des Familienlebens ist virtuell

Durchgeführt wurde die Studie in England, Spanien und Japan. Dabei wurden auch kulturelle Unterschiede sichtbar. In Spanien, wo das Internet im Alltag noch ein relativ junges Phänomen ist, bestehen Internet-Gemeinschaften häufig aus Personen, die sich im realen Leben nicht kennen. "In gereiften Informationsgesellschaften wie England, besonders aber in Japan, nutzen Jugendliche die Plattformen im Web vor allem für den Kontakt mit Familie und Freunden. Hier bestimmt das Internet die Ausprägung von Identität noch in größerem Maße mit", so Räsänen.

Repräsentativ war die Studie nicht, bemerkt der Forscher, da sie nur Jugendliche untersuchte, die in der Online-Community "Habbo" http://www.habbo.de aktiv waren. "Unterschätzen darf man die Ergebnisse jedoch auch nicht. Denn virtuelle Gemeinschaften sind überall auf dem Vormarsch."

Studie abrufbar unter http://www.informaworld.com/smpp/content~db=all~content=a925987065~frm=titlelink

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
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