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pte20100525020 Kultur/Lifestyle, Technologie/Digitalisierung

Musikgenre per Rhythmus zuordenbar

Automatisierte Zuordnung dank typischer Abfolgen möglich


Eine Rhythmus-Suche könnte die liebe Not mit den Genres beenden (Foto: aboutpixel.de/Marshi)
Eine Rhythmus-Suche könnte die liebe Not mit den Genres beenden (Foto: aboutpixel.de/Marshi)

Sao Paolo (pte020/25.05.2010/12:10) - In digitalen Musiksammlungen ordnet man Musikstücke meist nach Genres. Die Zuordnung eines Titels in diese Musikrichtungen fällt jedoch nicht einmal Experten leicht, da es viele Mischformen gibt. Forscher aus Sao Paolo http://www.ifsc.usp.br berichten nun in der Zeitschrift "New Journal of Physics" von einer möglichen Lösung. Zum Einsatz kommt dabei die Analyse von Rhythmen.

Die brasilianischen Wissenschaftler suchten nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Rhythmus und dessen Abfolgen. Anhand von jeweils 100 repräsentativen Musikstücken aus vier Genres - Rock, Blues, Bossa Nova und Reggae - ermittelten sie für jedes Genre die häufigsten Rhythmusfolgen. Beim Blues war das beispielsweise das zwölftaktige Thema bei bestimmten Akkordabläufen. Zum Einsatz kam eine Form visueller Darstellung rhythmischer Frequenzen, die so genannte hierarchische Clusterbildung.

Genre-Überschneidungen kein Problem

Das Ergebnis zeigt eine neue Möglichkeit für die automatische Kategorisierung von Musikstücken. Denn es war nach dem Rhythmus-Scan problemlos und mit hoher Genauigkeit möglich, Lieder zu unterscheiden und richtig nach Genres zuzuordnen. "Wir zeigten, dass der Rhythmus eine überraschend unverwechselbare Signatur von einigen der wichtigsten musikalischen Genres darstellt. Eine derartige Funktion dürfte ein nützliches Tool für die Suche auf Musikplattformen darstellen", berichten die Forscher um Debora Correa.

Vorteilhaft gegenüber bisherigen Zuordnungen sei die Methode, da dank ihr auch neue Sub-Genres wie Rock-Blues entstehen können. "Die Klassifizierungs-Leistung wird dadurch deutlich verfeinert", so die Forscher. In einem nächsten Schritt sollen weitere Aspekte der Genrezuordnung untersucht werden - wie etwa die Bedeutung der Stärke der Schläge.

Originalartikel unter http://iopscience.iop.org/1367-2630/12/5/053030

(Ende)
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