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Die Stimme ist Spiegel der Seele

Experte: "Singen erhöht die Kommunikationsfähigkeit"


Die Stimme gibt Auskunft über Charakter und Zustand eines Menschen (Foto: Petra Golser)
Die Stimme gibt Auskunft über Charakter und Zustand eines Menschen (Foto: Petra Golser)

Leipzig (pte016/19.02.2010/13:40) - Die menschliche Stimme verrät nicht nur vieles über die Person des Sprechers, sondern erlaubt auch Einblick in den Zustand seiner Seele. Diesem Thema widmet sich das Symposium "Stimme - Persönlichkeit - Psyche" http://kinderstimme.uniklinikum-leipzig.de , das heute an der Uniklinikum Leipzig startet. Spezielles Augenmerk liegt auf der Stimmentwicklung im Kindes- und Jugendalter. "Durch Singen können Kinder erfahren, welches Potenzial in ihrer Stimme steckt", betont Michael Fuchs, HNO-Mediziner, Sänger und wissenschaftlicher Leiter der Tagung, im pressetext-Interview.

Bester Vermittler für Emotionen

Stimme und Stimmung eines Menschen sind eng miteinander verknüpft. "Im Mandelkern bewertet das Gehirn neue Informationen in emotionaler Hinsicht und löst eine entsprechende Reaktion aus. Daher klingt die Stimme so traurig oder heiter, wie eben der Gemütszustand gerade ist", erklärt der Stimmphysiologe. Die Stimme sei die emotionalste Ausdrucksform überhaupt und rufe auch die tiefsten Emotionen hervor, was man etwa angesichts der Rührung des Publikums eines Kinderchores leicht nachvollziehen könne. Speziell für Chöre sei dieser Umstand aber auch problematisch. "In Chören mangelt es oft an Männern, da sich diese im Gegensatz zu Frauen kaum emotional preisgeben wollen."

Die Entwicklung der Stimme ist teils angeboren, ein noch größerer Teil werde jedoch durch einen Lernprozess während der kindlichen Entwicklung bestimmt. "Der Klang der Stimme ist vorwiegend erblich festgelegt, ihre Leistungsfähigkeit und Qualität hängen jedoch mehr von äußeren Umständen ab", so Fuchs. Während Neugeborene allein durch die Stimme alle ihre Bedürfnisse ausdrücken, lernen Kinder später, dass die Eigenschaften der Stimme neben der Gestik die Wirkung ihrer Person auf die Umwelt entscheidend beeinflussen. Die Fähigkeit, Klang und Melodie der Stimme bewusst zu steuern, bringt in der von Kommunikation geprägten Gesellschaft Vorteile, so das Credo des Stimmexperten.

Kranke Stimme zeigt Familienprobleme

Dieser Lernprozess der Stimme verläuft nicht immer positiv. Schwierige familiäre Situationen führen oft zu einem Umgangston, der die kindliche Stimme krank machen kann. "In vielen Familien spricht man wenig miteinander, sondern schreit sich an. Kinder können da nicht anders als sich ebenfalls lautstark zu verständigen." Auf Dauer führe das zu einer Überlastung der Stimme mit sogar organischen Störungen wie etwa Schreiknötchen an den Stimmlippen. Die in Folge ständige Heiserkeit verschlechtere den Selbstwert der Kinder, verstärke die Scheu vor Wortmeldungen in der Schule und sorge für Frust bis hin zu Depressionen.

Stimmprobleme können daher auch auf psychosoziale Probleme aufmerksam machen. "Um darauf reagieren zu können, reicht allerdings nicht ein Fünf-Minuten-Gespräch des Logopäden nach der Kehlkopfuntersuchung. Da Kommunikationskultur vererbt wird, müssen auch die Eltern mit einbezogen werden, wozu es einen Psychotherapeuten braucht", so Fuchs. In Hessen praktiziere man dies bereits bei den Vierjährigen im Rahmen von Sprachscreenings in Kindertagesstätten. Jedes sechste Kind hat laut britischen Daten eine Stimmstörung, bei nur jedem fünften Betroffenen nimmt die Familie diese Heiserkeit jedoch wahr. "Es fehlt noch immens an Aufklärungsarbeit", betont der Leipziger Mediziner.

Singen statt Fernsehen

Den Eltern rät der Experte, mit den Kindern so viel zu kommunizieren wie nur möglich. "Das gelingt etwa durch aktives Sprechen statt Medienkonsum und durch Vorlesen. Ideal wäre gemeinsames Musizieren und Singen, allerdings ist Hausmusik heute weit weniger selbstverständlich als früher." Bei Begabung und Singfreude sollte auch die Teilnahme an einem Kinderchor oder eine Singausbildung in Betracht gezogen werden. "Gesangsstunden sind die beste Schulung der Stimmwahrnehmung", so Fuchs. Darüber hinaus sei es sinnvoll, Kindergarten- und Grundschulpädagogen besser in musikalischer Hinsicht auszubilden.

(Ende)
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