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pte20091112037 Bildung/Karriere, Medizin/Wellness

Krise verschärft Psycho-Druck am Arbeitsplatz

Jeder Dritte Erwerbstätige klagt über Belastungen

Wirtschaftskrise erhöht psychische Belastung (Foto: aboutpixel.de, Konstantin Gastmann)
Wirtschaftskrise erhöht psychische Belastung (Foto: aboutpixel.de, Konstantin Gastmann)

Gütersloh/Wien (pte037/12.11.2009/16:23) - Die Beschwerden über psychischen Druck im Berufsleben haben im Lauf der Wirtschaftskrise zugenommen. Wie die Bertelsmann Stiftung http://www.bertelsmann-stiftung.de aufzeigt, klagt mittlerweile jeder dritte Erwerbstätige über psychische Belastungen. In befristeten Arbeitsverhältnissen liegt die Zahl sogar bei 52 Prozent. Obwohl das Thema nach wie vor mit einem Tabu belegt ist, suchen mehr als 20 Prozent innerhalb eines Jahres wegen psychischer Probleme einen Arzt auf. Diese hätten sich längst zu einer "Volkskrankheit" entwickelt.

Die Arbeitswelt habe ohnehin einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden der Berufstätigen - je schwieriger die Bedingungen, desto größer der Druck. Die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse würden die Situation nunmehr verschärfen. Rein subjektiv erlebte Zukunftssorgen wie arbeitslos oder durch neue Technologien überflüssig zu werden bzw. im Fall von Arbeitslosigkeit keine neue Anstellung zu finden, führen der Bertelsmann Stiftung zufolge zu einem erhöhten Risiko psychischer Beschwerden.

Teure Therapie - Arbeitgeber in der Pflicht

Eine Therapie ist jedoch nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung leistbar, wie Psychotherapeutin Sabine Fischer gegenüber pressetext verdeutlicht. Für Kassenplätze gebe es "Wartezeiten von Jahren". Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung, erhöht sich das Risiko einer psychischen Erkrankung bei einer Berufstätigkeit von über fünf Tagen pro Woche. Ein Arbeitsweg von mindestens 30 Minuten sowie ein schlechtes Betriebsklima könnten die Psyche beeinträchtigen. Dies treffe vor allem zu, wenn Abmahnungen, Kündigung oder der Entzug von Vergünstigungen im Fall häufiger oder längerer Krankschreibung drohen.

Den Experten zufolge können häufige psychische Erkrankungen somit auf Führungsprobleme innerhalb von Unternehmen hinweisen. Viele Arbeitgeber würden dagegen durch Schulungsmaßnahmen ihrer Führungskräfte vorbeugen. Konflikte an Berührungsstellen zwischen privatem und beruflichem Leben ließen sich so in den Griff bekommen. Allein Probleme bei der Organisation einer Kinderbetreuung würden das Risiko einer psychischen Beeinträchtigung verdoppeln. Durch eine gemeinsame Lösungssuche zwischen Mitarbeiter und Führungskraft seien derartige Probleme häufig leichter zu bewältigen.

(Ende)
Aussender: pressetext.deutschland
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