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pte20090605002 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Reporter ohne Grenzen verurteilt Tiananmen-Zensur

China behindert Journalisten und sperrt soziale Netzwerke im Web

Zugang zu Tiananmen-Platz gesperrt (Foto: pixelio.de/Patrick Lüer)
Zugang zu Tiananmen-Platz gesperrt (Foto: pixelio.de/Patrick Lüer)

Peking (pte002/05.06.2009/06:10) - Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) http://www.reporter-ohne-grenzen.de kritisiert Chinas Zensur zum Jahrestag des Tiananmen-Massakers. Die chinesische Regierung hat in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Maßnahmen versucht, Medienberichte zum 20. Jahrestag des Massakers (am 4. Juni) zu unterbinden. Sicherheitskräfte in Peking behindern Journalisten derzeit daran, den Tiananmen-Platz zu besuchen. Hunderte Soldaten und Polizeikräfte sind rund um den Platz aufgestellt, um die Medienvertreter am Zutritt zu hindern.

Laut dem Foreign Correspondents Club of China (FCCC) soll die chinesische Polizei schon in den vergangenen Tagen diversen TV-Teams verboten haben, auf dem Platz zu filmen. Dabei wurde auch ein Kameramann verhaftet. Ein weiteres TV-Team wurde von der Polizei nahe der Universität in Peking eingekesselt und festgenommen. Einzelne chinesische Medienvertreter, die für ausländische Unternehmen arbeiten, wurden von Mitarbeitern des "Büros für öffentliche Sicherheit" vernommen, berichtet ROG.

Als Zeichen des Protests gegen das chinesische Vorgehen haben ROG-Aktivisten am Mittwoch vor der chinesischen Botschaft in Paris demonstriert. "Zudem fuhren drei Lastwagen mit einer großgezogenen Fotografie des berühmten Bildes 'Tank Man' durch die Stadt und hielten dann vor der Botschaft", sagt Anja Viohl, Sprecherin von Reporter ohne Grenzen Deutschland, gegenüber pressetext. Dieses Bild eines unbekannten Mannes, der sich bei den Protesten auf dem Tiananmen-Platz vor eine anrollende Panzerkolonne stellte, sei um die Welt gegangen und ein Symbol des Widerstands gegen die staatliche Unterdrückung. "Wie alle anderen Fotos und Berichte zur damaligen Demokratiebewegung können sie in China aufgrund der scharfen Zensur nicht veröffentlicht werden", so Viohl weiter.

Darüber hinaus ließ die chinesische Regierung aktuell den Zugang zu mehreren sozialen Netzwerken im Internet sperren. Auch Chatforen und Blogs wurden blockiert. Darunter finden sich chinesische Seiten wie Fanfou.com, Verycd.com oder Wordku.com. Aber auch internationale Webseiten wie Facebook, Twitter, YouTube, Bing, Flickr oder Wordpress wurden zuvor bereits gesperrt. Wer versucht auf eine der blockierten Plattformen zuzugreifen, erhält die Nachricht, dass die Seiten aufgrund von Wartungsarbeiten zur Zeit nicht erreichbar seien. Neben den sozialen Netzwerken zensiert China auch internationale Nachrichtenseiten wie jene der BBC, TV5 Monde und CNN. Auf diesen Portalen wurden Fotos und Videos von der Niederschlagung der Proteste im Juni 1989 veröffentlicht. Artikel zu dem Thema, die in importierten Zeitungen zu finden waren, wurden ebenfalls entfernt.

"China steht genrell auf den ROG-Listen der 'Feinde der Pressefreiheit' und 'Feinde
des Internets'. Die allgemeine Situation ist sehr kritisch, derzeit sind 30 Journalistinnen und Journalisten sowie 48 Blogger in Haft", erklärt Viohl im pressetext-Interview. Vor allem Journalisten, die es wagen, Tabu-Themen wie den Alleinherrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei, Tibet, den Taiwan-Konflikt oder Proteste demokratischer Gruppen sowie das Gedenken an die Tiananmen-Proteste aufzugreifen, müssten mit harten Repressionen, bis hin zu mehrjährigen Haftstrafen, rechnen. "Ausländische Pressevertreter haben in ihrem Berufsalltag ein wenig mehr Freiheit. Wenn ausländische Journalisten zu sensiblen Themen recherchieren, bestehen diese Freiheiten in der Praxis aber häufig nicht mehr", so Viohl.

(Ende)
Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Claudia Zettel
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