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pte20090219022 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen

Absturz: Postbank schlittert tief in die roten Zahlen

Konzentration auf Privatkunden als Kerngeschäft gefordert


Postbank-Zentrale bei Nacht (Foto: Deutsche Postbank AG)
Postbank-Zentrale bei Nacht (Foto: Deutsche Postbank AG)

Bonn (pte022/19.02.2009/11:40) - Die Deutsche Postbank http://www.postbank.de beendet ihr Jahrzehnt mit schwarzen Zahlen und muss für 2008 erstmals einen Verlust von 821 Mio. Euro ausweisen. Wie die Bank heute, Donnerstag, bekannt gab, steht dieser Zahl eine Summe von 856 Mio. Euro gegenüber - soviel wurde noch im Jahr zuvor verdient. Das Bonner Finanzinstitut, das an die ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogene Deutsche Bank http://www.deutsche-bank.de verkauft werden soll, erwirtschaftete den Großteil seines Verlusts - immerhin 710 Mio. Euro - im vierten Quartal 2008. Die Postbank beruft sich unter anderem auf hohe Abschreibungen aufgrund der Finanzkrise sowie Einmalverluste durch den vollständigen Abbau eines Aktienbestandes über eine Mrd. Euro.

"Mit über 15 Mio. Privatkunden ist die Postbank ein etablierter Marktplayer. Dennoch halte ich es für ratsam, sich wieder verstärkt auf die eigene Kernkompetenz zu konzentrieren und das Kapitalmarktgeschäft eher unterzugewichten", sagt Ingo Kreisinger, Leiter Aktienhandel Frankfurt bei der Baader Wertpapierhandelsbank http://www.baaderbank.de , im Gespräch mit pressetext. Auch durch Kapitalmarktspekulationen an den internationalen Börsen betrug der Fehlbetrag vor Steuern 974 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor stand noch ein Vorsteuergewinn in Höhe von 992 Mio. in den Büchern. Postbank-Chef Wolfgang Klein stellte in Aussicht, in den kommenden Jahren eine Eigenkapitalquote von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften.

Die Wirtschaftskrise trifft das Unternehmen hart in ihrem ausgeprägten Kapitalmarktgeschäft. Obwohl das Finanzinstitut in der Öffentlichkeit als Privatkundenbank wahrgenommen wird, ist man bislang enorm abhängig vom Kapitalmarkt. Dort legte die Bank die hohen Kundeneinlagen an und setzte dabei unter anderem stark auf den Aktienmarkt. "Wenn die Bank nun vor hat, ihr Kapitalmarktgeschäft zurückzufahren, ist dies nur zu begrüßen. Auch in Hinblick der Übernahme durch die Deutsche Bank könnte sich dies positiv auswirken", meint Kreisinger auf Nachfrage von pressetext. Dem Finanzexperten nach will die Deutsche Bank mit der Postbank portfoliotechnisch in das Privatkundengeschäft einsteigen. "Deshalb glaube ich nicht, dass man die Postbank mit ihrem guten Ruf umtaufen wird", so Kreisinger weiter.

Im Rahmen der Jahresbilanz für 2008 und der schlechter als zuvor erwarteten Ergebnisse ist es für Analysten derzeit wahrscheinlich, dass weitere Belastungen folgen könnten. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge gehen Bankanalysten von JP Morgan davon aus, dass Abschreibungen in Höhe von vier Mrd. Euro folgen werden. Damit würde das Eigenkapital der Bank faktisch ausgelöscht. Das Haus ist im Vergleich zur Konkurrenz schwach kapitalisiert. Die Ergebnisse der Bank sind relevant für die Deutsche Bank, die bis Ende des Monats ihren Einstieg bei den Bonnern abschließen will. Fast 23 Prozent wird der Branchenprimus dann an dem Institut halten, eine Mehrheitsübernahme dürfte folgen.

(Ende)
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