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pte20081024028 Bildung/Karriere, Politik/Recht

Gewalt in Heimen immer noch Thema

Pädagogen und Erzieher oftmals überfordert

Strafen sind nur dann sinnvoll, wenn sie positive Änderung bewirken (Foto: sasha-fotolia.com)
Strafen sind nur dann sinnvoll, wenn sie positive Änderung bewirken (Foto: sasha-fotolia.com)

Dortmund (pte028/24.10.2008/17:40) - Auch wenn die Prügelstrafe in Erziehungsanstalten nur mehr Stoff für Drehbücher ist, existiert auch heute noch körperliche Gewalt durch Pädagogen. Sozialwissenschaftler der Dortmunder Fachhochschule http://www.fh-dortmund.de befragten 1.280 Angestellte von Jugendheimen und betreuten Wohngruppen, wie es um Ursachen, Formen und Folgen der Bestrafung stehe. Dass dem Personal das Thema wichtig ist, zeigt der hohe Rücklauf von 43 Prozent. Mehrere der Antworten sind jedoch besorgniserregend: Es gibt weiterhin Gewalt in der Erziehung und viele Jugendliche reagieren auf Strafen entweder gar nicht oder mit Aggressivität. In Sachen Bestrafung empfinden Pädagogen manchmal Ohnmacht und Hilflosigkeit.

"Reaktionen auf unerwünschtes Verhalten" heißen die Strafen im Fachjargon. Verbale Aggression ist das mit Abstand häufigste Fehlverhalten, vier von fünf Pädagogen beobachten es in ihrem Arbeitsalltag bei den von ihnen betreuten Jugendlichen und Kindern. Mutwillige Regelverstöße und Sachzerstörungen erlebt jeder zweite Pädagoge, aber auch Gewalt unter den Kindern und Jugendlichen sowie Schulverweigerung oder Alkohol- und Drogenmissbrauch spielen eine Rolle.

Um darauf zu reagieren, vertraut man seitens des pädagogischen Personals man in erster Linie auf Gruppen- oder Einzelgespräche mit Betroffenen oder sucht gemeinsam Formen, um Fehlverhalten wieder gut zu machen. Strafen wie Arbeitsauflagen, Ausschluss von Aktivitäten oder auch Fernseh- und Ausgehverbote wendet jeder zweite an, etwas seltener sind Ausgleiche zwischen Täter und Opfer. Die Praxis vieler Pädagogen, das Taschengeld für gewisse Zeit zu sperren, ist rechtlich unzulässig und damit als Sanktion problematisch. Den Mitarbeitern sei dies scheinbar nicht ausreichend bewusst, vermuten die Studienautoren.

Überraschend war die Meinung vieler Pädagogen, dass auch heute noch körperliche Strafen angewandt werden. Zwei Prozent bezeichneten ein solches Vorkommen als "häufig", jeder zweite immerhin für "selten", "nie" sagten hingegen auch nur 45 Prozent. Der Grund dafür könnte eine Überforderung sein: 78 Prozent der Pädagogen fühlen sich im Zusammenhang mit Strafen gelegentlich alleingelassen, ohnmächtig und hilflos. Dennoch glauben mehr als 90 Prozent, sie kämen selbst mit der Strafpraxis gut zurecht. Letzteres ist fraglich, wenn man die Wirkungen der Strafen beobachtet. Nur die Hälfte der Jugendlichen reagiere einsichtig und mit positiver Verhaltensänderung, ganze 41 Prozent werden aggressiv und jeder vierte ist enttäuscht, traurig oder zieht sich zurück. Überhaupt keine Reaktion zeigen zehn Prozent der Jugendlichen.

"Wir gehen als Pädagogen nicht davon aus, dass man in einer straffreien Gesellschaft leben kann", so Studienautor Richard Günder. Jugendliche brauchen für ihre Entwicklung Grenzen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081014001 ). Die Wahl der Strafe solle auf positive Auswirkungen beim Jugendlichen abzielen, diesem zur Einsicht verhelfen. "Strafe muss sein, aber sie muss sehr gut reflektiert sein", resümiert Günder.

(Ende)
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