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pte20080527035 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

YouTube-Rechtsstreit: Google sieht Internet-Freiheit in Gefahr

Viacom-Milliardenklage geht in die nächste Runde


YouTube weiter unter Beschuss (Foto: fotodienst.at)
YouTube weiter unter Beschuss (Foto: fotodienst.at)

Mountain View (pte035/27.05.2008/13:31) - Der Urheberrechtsstreit zwischen dem Medienkonzern Viacom http://www.viacom.com und YouTube setzt sich fort. Die von Viacom eingebrachte Milliardenklage gegen das Videoportal gefährde die Freiheit im Internet, warnt nun YouTube-Eigentümer Google. Nachdem Viacom die ursprünglich vor einem Jahr eingereichte Klage (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=070314019 ) im vergangenen Monat in veränderter Version erneuert hat, befürchten Google-Anwälte nun die Kriminalisierung von Millionen Internetnutzern. "Diese Vorgangsweise gefährdet die Art und Weise, wie Menschen rechtmäßig Informationen über das Internet austauschen", so das Argument. Viacom wiederum beklagt, dass sich die Videoplattform weiterhin unfähig zeige, urheberrechtlich geschützte Inhalte von der Webseite fern zu halten.

Aus Sicht des Medienkonzerns hat Google kaum etwas bzw. gar nichts getan, um die Rechtsverletzungen zu stoppen. Der Suchmaschinenkonzern sieht das naturgemäß anders und verweist darauf, dass sich YouTube an den Digital Millennium Copyright Act von 1998 halte und darüber hinaus mehr mache, um die Copyrights zu schützen, als rechtlich erforderlich wäre. Urheberrechtlich geschütztes sowie illegales Videomaterial werde von Google umgehend entfernt, sobald dieses entdeckt bzw. gemeldet werde, sagt auch Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber pressetext. Laut Viacom sind allerdings nach wie vor tausende unautorisierte Kopien von TV-Sendungen und Filmen auf dem Portal zu finden. Der Konzern habe rund 150.000 Clips aufgespürt, die gegen das Urheberrecht verletzen - darunter Clips von South Park, SpongeBob und MTV Unplugged.

Laut Viacom-Chairman Sumner Redstone sei die Klage nicht nur im eigenen, sondern im Interesse aller Rechteinhaber eingebracht worden. "Wir können keine Form von Piraterie tolerieren, eingeschlossen YouTube. Sie können nicht damit davon kommen, unsere Produkte zu stehlen", so Redstone in einem Interview mit Dow Jones. Für Google gibt es nach eigenen Aussagen nur einen Weg, den Rechtsstreit zu lösen - vor Gericht. Das Unternehmen sei bereit, bis zum Obersten Gerichtshof zu gehen.

Schon nachdem die Klage zum ersten Mal eingebracht worden war, hatte Google eine Anti-Piraterietool auf YouTube eingeführt, das die eingestellten Videos nach möglichen Copyright-Verstößen durchsucht. Während das Programm für Viacom offensichtlich nicht ausreichend ist, um gegen Internetpiraten vorzugehen, klagen andere wiederum, Google kontrolliere zu sehr und nehme viele Videos ungerechtfertigt von der Plattform. Eine US-Studentengruppe hat sogar eine eigene Plattform ins Leben gerufen, die sich jenen Videos annimmt, die von YouTube gelöscht wurden (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080522013 ). Wie viele Videos im Durchschnitt täglich von der Videoplattform gelöscht werden, gebe Google nicht offiziell bekannt, heißt es seitens Google Deutschland auf Nachfrage von pressetext.

(Ende)
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Ansprechpartner: Claudia Zettel
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