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pte20080526021 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation

Street View: Google fotografiert deutsche Städte

"Wo und wann das Feature starten wird, steht noch nicht fest"


Über 40 US-Städte sind bei Street View bereits verfügbar (Foto: maps.google.com)
Über 40 US-Städte sind bei Street View bereits verfügbar (Foto: maps.google.com)

Mountain View (pte021/26.05.2008/11:21) - Der US-Internetgigant Google will das Street-View-Feature seines Geographie-Dienstes Google Maps http://maps.google.de in Deutschland erweitern. Wie der Datenschutzbeauftragte des Konzerns, Peter Fleischer, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus bestätigte, sollen hierfür die Straßenzüge deutscher Städte flächendeckend fotografiert werden. Die entstandenen Aufnahmen werden anschließend in Google Maps eingefügt. Bislang beschränkten sich die Street-View-Aufnahmen lediglich auf US-Städte, nun sei das Projekt Aussagen Fleischers zufolge auch in Europa im Anlaufen. "Wir sind deswegen in Europa unterwegs und wollen auch nach Deutschland", so Fleischer. Die bereits vorab laut gewordene Kritik von Datenschützern entkräftet der Google-Manager und betont, dass das Unternehmen zur Wahrung der Privatsphäre Gesichter unkenntlich machen werde.

"Wir haben derzeit noch keine konkrete Vorstellung darüber, in welchen Städten und Ländern wir mit Street View starten werden", erklärt Kay Oberbeck, Sprecher von Google Nordeuropa, auf Anfrage von pressetext. Auch was den Starttermin betrifft, gebe es zur Zeit noch keine fixen Vorstellungen. "In bestimmten deutschen Städten sind aber bereits zu Testzwecken Aufnahmen gemacht worden", ergänzt Oberbeck. Street View sei als Erweiterung für den Geographie-Dienst Google Maps ein attraktives Feature für Nutzer. "Die Funktion soll Usern ein realitätsgetreueres Maß an Orientierung im Rahmen von Google Maps bieten", erläutert Oberbeck. Derzeit seien dem Google-Sprecher zufolge bereits über 40 US-amerikanische Städte im Zuge des Projekts aufgezeichnet worden.

Von Datenschützern wurde Google in Bezug auf Street View bereits des Öfteren heftig kritisiert. Der Dienst stelle "einen weiteren Mosaikstein dar, der es ermögliche, die Privatsphäre der Bürger weiter einzuschränken", meint etwa Rena Tangens, Vorstand des Vereins zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) http://www.foebud.org , gegenüber pressetext. Prinzipiell sei diese Funktion zwar ein "nettes Spielzeug", man müsse sich jedoch auch über die damit verbundenen Gefahren im Klaren sein. "Wir werden uns auf jeden Fall vor einem Start von Street View die Datenschutzbestimmungen in den jeweiligen europäischen Ländern ganz genau anschauen und unseren Dienst dementsprechend gestalten", betont Oberbeck. Um etwaige Datenschutzbedenken weiter zu zerstreuen, wolle man zudem die Gesichter der auf den Aufnahmen zu sehenden Menschen unkenntlich machen.

Bereits Anfang März hatte Google mit Street View für Schlagzeilen in den USA gesorgt. Das US-Verteidigungsministerium hatte dem Suchmaschinenbetreiber Filmaufnahmen auf US-Militärbasen verboten (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080307025 ). Ausschlaggebend hierfür war das Auftauchen von detaillierten Bildern eines Armeestützpunktes im US-Bundesstaat Texas auf Google Maps. Insbesondere die über das Street-View-Feature leicht zugänglichen Videoaufnahmen des Militärgeländes würden eine "potenzielle Sicherheitsbedrohung" darstellen, hieß es damals aus dem Pentagon. Als Konsequenz wurden die umstrittenen Aufnahmen entfernt und eine spezielle Anweisung an alle Militärstützpunkte in den USA erlassen, die Google-Mitarbeitern die Anfertigung von Aufnahmen im Inneren einer Basis ausdrücklich untersagt.

(Ende)
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