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pte20070305024 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Starbucks und Äthiopien streiten um Kaffeenamen

Konflikt wird über Youtube-Videos ausgetragen


Geo-Zertifikate oder Markennamenslizenzen? (Grafik: Starbucks)
Geo-Zertifikate oder Markennamenslizenzen? (Grafik: Starbucks)

Seattle (pte024/05.03.2007/12:32) - Die weltgrößte Kaffeekette Starbucks http://www.starbucks.com befindet sich mit Äthiopien in einem Konflikt über Handelsmarkenrechte. Das Entwicklungsland will die Namen der Kaffeeanbauregionen Sidamo, Harar und Yirgacheffe, die von Starbucks und anderen Kaffeeröstern verwendet werden, gesetzlich schützen lassen. Damit will Äthiopien mehr Kontrolle über den Vertrieb und die Vermarktung sowie insbesondere einen besseren Kaffeepreis für seine Bauern erreichen. Der US-Konzern Starbucks weigert sich jedoch einen gebührenfreien Lizenzvertrag zu unterzeichnen und schlägt stattdessen "geografische Zertifizierungen" vor, wie sie auch von anderen Kaffeeanbauregionen wie Kolumbien oder Guatemala genutzt werden.

Starbucks' Weigerung sich auf die Handelsmarkenlizenzen Äthiopiens einzulassen, nagt bereits an dessen Image als sozial verantwortliches Unternehmen, das Nachhaltigkeit, faire Preise und Umweltschutz groß schreibt. Humanitäre Organisationen haben das Thema aufgegriffen und Aktionstage vor nordamerikanischen Starbucksfilialen organisiert, um die Handelspraktiken des Unternehmens zu kritisieren. Die britische Entwicklungsorganisation Oxfam http://www.oxfam.com hat Mitte Dezember einen Videoclip über diese Aktionstage vor Starbucksfilialen auf Youtube online gestellt http://www.youtube.com/watch?v=0N5wzr5xeWI , woraufhin der Streit öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Die Aktivisten kritisieren Starbucks' Firmenpolitik, bei der es nur um Geld ginge.

Starbucks reagierte prompt mit zwei eigenen Youtube-Clips in denen der Konflikt und die Handelsbeziehungen zu den Kaffeebauern erläutert werden. Man wolle den Bauern helfen mehr zu verdienen, allerdings sei Starbucks der Ansicht, dass Handelsmarken nicht der richtige Weg sind. Stattdessen sollte sich Äthiopien um "geografischen Zertifikate" für die Namen seiner Regionen bemühen. Diese Methode garantiert, dass der Kaffee aus der Region kommt, die auf der Verpackung steht. Das Unternehmen betont außerdem, in den vergangenen drei Jahren 2,4 Mio. Dollar für soziale Projekte in Äthiopien ausgegeben zu haben. Ende Februar meldete sich auch Anwalt Bob Winter, der Äthiopien im Handelsmarkennamensstreit vertritt, über Youtube zu Wort, um die offizielle Position Äthiopiens darzustellen.

In der Kaffeeanbauregion Sidamo verdienen die Kaffeebauern für ein knappes halbes Kilo Kaffeebohnen 0,75 Dollar (0,57 Euro). Starbucks verkauft das fertige Produkt für 9,90 Euro. "Für uns stellt sich die Frage, wie können wir diese unfaire Preiskluft beheben. Wie gehen wir sicher, dass die armen Bauern einen vernünftigen Ertrag erhalten", erklärt Getachew Mengistie, Direktor der äthiopischen Behörde für geistiges Eigentum, im Wall Street Journal. 2006 betrugen Äthiopiens Kaffeeexporte laut der Welthandelsorganisation 354 Mio. Dollar und machten somit 35 Prozent sämtlicher Exporte des Landes aus. Aufgrund der niedrigen Kaffeepreise satteln viele Bauern von Kaffee auf Khat um, das dreimal im Jahr geerntet wird und einen besseren Preis erzielt.

(Ende)
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