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pte20061025041 Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation

Breitband: Zwei-Klassen-Gesellschaft droht

eco sieht Risiko und wirtschaftliche Folgen: Protestportal gegründet


(Foto: www.eco.de)
(Foto: www.eco.de)

Köln (pte041/25.10.2006/13:30) - Internetverbindungen via ISDN- oder noch schnelleren Breitband-Zugängen sind in Deutschland längst nicht gleichmäßig verteilt. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco http://www.eco.de . Dieser Einschätzung zufolge droht bei keiner flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet deutschlandweit eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Breitband.

Die damit verbundene digitale Spaltung zwischen Stadt und Land, demnach zwischen entwickelten und unterentwickelten Regionen, sei mehr und mehr wahrscheinlich. Daher fordert der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco, Harald Summa, auf der Computermesse Systems in München (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061023017 ) eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Zugängen in ganz Deutschland. Bemängelt werden vor allem die ungleiche Verteilung von Breitband-Zugängen wie T-DSL in städtischen Ballungsräumen gegenüber dem Land sowie die bereits "überall bestehenden Lücken in den Randgebieten der Städte", so Summa.

Dieser schätzt im Gespräch mit pressetext das Worst-Case-Szenario für Deutschland bei keiner Verbesserung der Lage so ein, dass "Regionen, die bereits unterversorgt sind, dann noch stärker benachteiligt wären". Einen Ausweg aus der Situation sieht er in der Ausweitung bestehender Infrastrukturen, wobei deutsche Stromversorger mit Kabeltechnologie effektive Hilfestellung leisten könnten. Die Einteilung Deutschlands in 28 Funkregionen und einen mit der WiMax-Technologie verbundenen Lizenzverkauf lehnt eco ab. Laut Summa sollte diese infrastrukturelle Erschließungsdebatte "vielmehr auf der Kreis- oder Städteebene erfolgen, da hierbei die Interessen betroffener und darunter leidender Regionen stärker mit berücksichtigt würden".

Als Beispiel für besonders ländliche Regionen Deutschlands lassen sich Teile Schleswig-Holsteins oder auch Bayerns anführen. In diesem Zusammenhang sind es oftmals kleinere Gemeinden, in denen die Möglichkeiten des Internets mit langsameren ISDN-Anschlüssen nicht vollends ausgeschöpft werden könnten. Explizite Schwierigkeiten offenbaren sich mit Blick auf das touristische Vermarktungspotenzial bestimmter Regionen und Orte über das World Wide Web. Andererseits fühlt sich die Industrie mit potenziellen Unternehmensansiedlungen vom vorhandenen "Versorgungsleck" betroffen, da die Gemeinden als Wohnort für die Mitarbeiter nur mehr bedingt attraktiv seien. Bereits Home-Office-Arbeit stellt sich in unterversorgten Regionen als zu überwindendes Hindernis dar.

Indes artikulieren sich die Betroffenen über das Defizit einer lückenlosen Versorgung mit Breitband-Zugängen. Allein knapp 19.300 Verärgerte sind bei dem eigens gegründeten Webportal mit Namen "kein-DSL.de" http://www.kein-dsl.de bereits registriert und machen ihrem Unmut dort Platz.

(Ende)
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