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pte20051026007 Politik/Recht, Kultur/Lifestyle

Der gläserne Patient rückt näher

Big Brother Award 2005 geht an Gesundheitsministerin Rauch-Kallat


Big Brother Awards 2005
Big Brother Awards 2005

Wien (pte007/26.10.2005/08:00) - Den schwarzen Peter konnte die Bundesregierung bei der diesjährigen Verleihung der Big Brother Awards nicht weiter reichen. Auch wenn es SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und die FPÖ Burgenland in die Nominierungsliste geschafft haben, so hat in der Kategorie Politik doch Maria Rauch-Kallat klar gewonnen. Die ÖVP-Gesundheitsministerin will nämlich mit dem "Gesundheitstelematikgesetz die Grundlagen für einen umfassenden Austausch sensibler Personendaten schaffen und untergräbt damit das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient", so die Jury. http://www.bigbrotherawards.at/

Die Preise wurden gestern, Dienstagabend, in einer turbulenten Show im Wiener Rabenhof Theater verliehen. Rabenschwarzer Humor verdeckte aber nicht den ernsten Hintergrund der Verleihungen, die seit 1999 jährlich stattfinden. So hat die Kategorie Business und Finanzen die Assa Objektservice GmbH http://www.assa.at/ klar für sich entschieden. Das Reinigungsunternehmen rühmt sich damit, "ein für die Reinigungsbranche völlig neuartiges, auf Biometrie basierendes Konzept entwickelt" zu haben. Die Jury des Big Brother Awards kritisiert, dass dabei nicht nur Fingerabdrücke von allen Mitarbeitern genommen werden, sondern auch DNA-Proben geplant sind.

Noch im letzten Moment nominiert und gleich auf Platz eins in der Kategorie Kommunikation - das schafften die Hersteller des beliebten Online-Strategie-Spiels "World of Warcraft", Blizzard Entertainment http://www.blizzard.de/ . Die User unterschreiben in Paragraf 15 der Nutzungsbedingungen ihre "besondere Übereinstimmung", Cookies in unbekannter Zahl und Gültigkeitsdauer anzunehmen. Dazu kommen "Identifikationsnummern Ihrer Festplatten, CPU, IP-Adressen und Betriebssysteme ... ohne dass Sie darüber eigens informiert werden," heißt es im Artikel 15 B. In 15 D räumt der Kunde Blizzard Hoheheitsrechte über "die RAMs Ihres Computers, die Grafikkarte, den Prozessor usw." ein. Für die Jury der Big Brother Awards ein klarer Verstoß gegen den Datenschutz.

Dass eine Gruppe, die von Berufs wegen zur Ausgewogenheit verpflichtet ist, die Grenzen der Legitimität überschritten hat, sehen die Organisatoren des Awards als besonderes Alarmsignal. So ist die Anzahl der Handy- und Telefonauswertungen in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. "Zu leichtfertig werden solche Überwachungsverordnungen erteilt, oft in weniger als zwei Minuten abgehandelt", kritisiert Jury-Mitglied Doris Kaiserreiner von Quintessenz gegenüber pressetext. "Die österreichischen Richter und Richterinnen haben das Vertrauen der Bevölkerung massiv erschüttert, und schenken dem Grundrecht auf Privatsphäre immer weniger Beachtung", begründet Kaiserreiner die Entscheidung der Jury für den Kategoriesieger Behörden und Verwaltung.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
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