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Sa, 05.06.2004 09:55
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pte20040605003 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Riesenschildkröte George will keinen Sex

Biologen suchen für letzten Überlebenden ein Weibchen
Cheng/Nature
Cheng/Nature

Puerto Ayora (pte003/05.06.2004/09:55) - Der "einsame George" sucht leider nicht nach einer Sexpartnerin. Die Wissenschaftler rund um den Globus, die die Galapagos-Schildkröte vor dem ewigen Ende retten wollen, tun es für George. Doch der letzte Verbliebene seiner Art, Geochelone nigra abingdoni, scheint am anderen Geschlecht überhaupt kein Interesse zu haben, berichten Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

George wurde 1971 entdeckt, nachdem Wissenschaftler meinten, diese Spezies sei längst ausgestorben. Bisher scheiterten sämtliche Versuche, George mit anderen Galapagos-Riesenschildkröten zum Paaren zu bringen. Nun wollen die Experten Galapagos-Schildkröten von anderen weit entfernten Inseln zu George bringen, da sie vermuten, dass die bisherigen Versuche George zum Sex zu überreden einfach an der zu weiten Verwandtschaft scheiterten.

Die Galapagos Inseln, heute zu Ecuador gehörend, waren bei ihrer Entdeckung 1535 von mindestens 15 unterschiedlichen Riesenschildkröten-Populationen besiedelt. Auf jeder dieser Inseln hatten sich diese Populationen ganz unterschiedlich voneinander entwickelt. Einen genetischen Austausch hat es wegen der unüberwindlichen Barriere nicht mehr gegeben. Erst mit der Besiedlung durch die Menschen und damit dem Ansiedeln von Haustieren und auch Ratten ist die Zahl der Riesenschildkröten rapide nach unten gegangen. Derzeit gibt es nur noch elf dieser Schildkröten, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten der World Conservation Union eingetragen sind.

George lebt in Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz bei der Charles Darwin Research Station (CDRS). Zu den vordringlichsten Aufgaben der Wissenschaftler dieser Station gehört die Wiederbesiedlung der Insel Pinta mit Riesenschildkröten, geplant waren dabei die Nachkommen von George. Erst in den 90-er Jahren hatten Wissenschaftler die DNA der verschiedenen Subspezies der Riesenschildkröten miteinander verglichen. Damals sind sie zum Schluss gekommen, dass Georges nächste Verwandtschaft mehr als 300 Kilometer von seiner ursprünglichen Heimat entfernt liegt. Die Wissenschaftler staunten nicht schlecht, denn die Riesenschildkröten können nicht schwimmen und haben möglicherweise mit Treibgut die lange Reise vollbracht. Darin dürfte auch der Grund für Georges Desinteresse an den bisherigen Schildkröten-Damen liegen. Die Forscher geben ihre Hoffnung aber nicht ganz auf, denn es gibt immer noch sehr viele private Tierfreunde, die Galapagos-Schildkröten halten, deren Subspezies Typ bisher nicht bekannt war.

Die CDRS verfolgt bei der Wiederaussetzung von Riesenschildkröten das Ziel möglichst nach Subspezies geordnet nachzuzüchten. Damit sollen unnatürliche Kreuzungen vermieden werden. Das hat der Forschungsstation zum Teil heftige Kritik seitens des Galapagos National Park Service eingebracht. Seit 1975 haben CDRS-Forscher mehr als 1.200 Schildkröten auf der Insel Espanola ausgesetzt. Erste Erfolge stellten sich etwa 15 Jahre danach ein. Daher sind die Wissenschaftler auch zuversichtlich ein passendes Weibchen für George zu finden. Schließlich hat er die ersten 100 Lebensjahre noch nicht vollendet und er hat damit mindestens noch weitere 100 Jahre vor sich.

Weitere Informationen: http://www.galapagospark.org

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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