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pte20100223029 Unternehmen/Wirtschaft, Auto/Verkehr

E-Auto-Hype bringt Batterie-Blase zum Platzen

Marktkonsolidierung und Sterben der Batteriehersteller erwartet


Schwere Zeiten für Batteriehersteller (Foto: pixelio.de, Ernst Rose)
Schwere Zeiten für Batteriehersteller (Foto: pixelio.de, Ernst Rose)

Düsseldorf/Geislingen (pte029/23.02.2010/13:55) - Der aktuelle Hype um umweltschonende Antriebskonzepte könnte schon bald zu immensen Überkapazitäten bei Lithium-Ionen-Batterien führen. Die Befürchtung, die Fachleute immer wieder geäußert hatten, ist nicht unberechtigt. Denn die bislang angekündigten Investitionen führen in den kommenden fünf Jahren zu einer Marktsituation, in der das Angebot doppelt so hoch sein wird wie die erwartete Nachfrage im Folgejahr. Die Batteriehersteller scheinen vor allem in Japan, Korea und den USA bei der Produktion stark über das Ziel hinauszuschießen.

Wachstumspotenzial überschätzt

"Der Markt für CO2-einsparende Antriebe über Batterien wird derzeit überschätzt, was dazu führen könnte, dass es langfristig zu einer Marktbereinigung unter den Herstellern kommt", erklärt Stefan Reindl, stellvertretender Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen http://ifa-info.de , gegenüber pressetext. Dem Branchenkenner nach ist dies neben der teuren Infrastruktur für Elektroautos auch auf die nach wie vor fehlenden Standards der Automobilhersteller zurückzuführen.

Das Risiko einer Überproduktion zeigt sich vor allem mit einem Blick auf die Zahlen. So geht die Unternehmensberatung Roland Berger http://rolandberger.de selbst bei einem aggressiven Szenario davon aus, dass 2015 nur 0,82 Mio. Lithium-Ionen-Batterien benötigt werden. Diese Zahl steht aber im Widerspruch zu den bis dahin angekündigten Kapazitäten in der Höhe von 2,6 Mio. Stück. Branchenbeobachter raten den Batterieherstellern dazu, die Produktion sowie Investitionen zu strecken. Aus logistischen Gründen sind Anpassungen oft aber nicht möglich.

Batteriehersteller im Investitionsdilemma

Die kurzfristige Anpassung der Produktionsmengen ist für einen Großteil der Hersteller nicht einfach zu realisieren. "Einerseits müssen diese angebotsseitig vorsichtig agieren und auf der anderen Seite dürfen sie nicht den Anschluss an die internationale Konkurrenz verlieren", sagt Reindl im pressetext-Gespräch. Zudem gebe es Planungsschwierigkeiten, die auf fehlenden Zusagen von Automobilherstellern beruhen. Die Transformation der Automobilindustrie wird vor den Herstellern für Batterien nicht Halt machen. Reindl erwartet eine Konsolidierung.

Prognosen gehen angesichts der Marktdifferenzierung bei den Batterieherstellern davon aus, dass von den derzeit etwa 60 Produzenten bis 2020 weltweit nur sechs bis acht übrig bleiben werden. Zudem wächst der Preis- und Kostendruck unaufhörlich, wobei sich hierbei fast nur die großen Marktplayer langfristig behaupten werden, so die Erwartungen. Als problematisch erweist sich auch der Umstand, dass sich die Kosten je Kilowattstunde Batteriekapazität bis 2020 im Vergleich zu heute halbieren. Rein europäische Hersteller sterben aus.

(Ende)
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Ansprechpartner: Florian Fügemann
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