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pte20090624036 Unternehmen/Wirtschaft, Umwelt/Energie

Atommeiler: Verlängerte Laufzeiten treiben Preise

Betreiber befürworten Ausstieg aus dem Ausstieg - Politik gespalten


Debatte um verlängerte Laufzeiten erregt die Gemüter (Foto: aboutpixel.de, hagbard85)
Debatte um verlängerte Laufzeiten erregt die Gemüter (Foto: aboutpixel.de, hagbard85)

Darmstadt/Heidelberg (pte036/24.06.2009/13:55) - Der Stopp des Atomausstiegs in Deutschland würde den Strompreis sogar noch weiter in die Höhe katapultieren. Zu diesem Ergebnis gelangt ein heute, Mittwoch, bekannt gewordenes Gutachten des Öko-Instituts http://www.oeko.de , das vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben wurde. Bei der Analyse, wie sich der Anteil von Atommeilern am gesamten Strommix auf die Preise auswirkt, mussten die Insider feststellen, dass es "keinen Zusammenhang zwischen hohem Kernenergie-Anteil und Strompreisniveau" gibt. Gestützt wird diese Sicht mit Blick auf Länder wie Frankreich, deren AKW-Anteil fast 80 Prozent beträgt und die Preise teilweise höher als in Deutschland sind.

"Dass gerade jetzt Studien und wiederum Gegenstudien zum Thema der Laufzeit von Meilern herausgegeben werden, verwundert mich nicht. Bundesumweltminister Siegmar Gabriel will damit die Argumente der Branche für eine Laufzeitverlängerung vor der Wahl entkräften", so Thorsten Storck vom Verbraucherportal Verivox http://www.verivox.de gegenüber pressetext. Daher sei eine neutrale Einschätzung der Lage nicht einfach. Zudem sei fraglich, ob am Ende der Diskussion tatsächlich auch geringere Preise bei den Verbrauchern ankommen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/news/090415018/).

Die regierende Große Koalition hat sich in der Debatte um die Laufzeit von Atomkraftwerken zerstritten. Wegen des fehlenden Konsenses bei den Koalitionsverhandlungen vor knapp vier Jahren besteht der von der damals rot-grünen Vorgängerregierung beschlossene Atomausstieg - läuft alles nach Plan, wird der letzte Meiler voraussichtlich nach 2021 außer Betrieb gehen. Mit dem Beschluss wurden allen Kernkraftwerken in der Bundesrepublik, wovon gegenwärtig 17 am Netz sind, bestimmte Reststrommengen zugeteilt. Wenn sie in Zukunft verbraucht sind, erlischt die Betriebserlaubnis für das jeweilige Atomkraftwerk.

"Obwohl die Union aktuell zwar gegen den Ausstiegsbeschluss ist, aber auch keinen weiteren Neubau zulassen will, sollten die Modernisierungskosten bei der Verlängerung der Laufzeiten mitberücksichtigt werden", merkt Storck im Gespräch mit pressetext an. Außerdem sei es vor allem für den Markteintritt erneuerbarer Energien bei Laufzeitverlängerungen kaum möglich, einen breiten Markteintritt zu realisieren, so der Experte. Die Atomkraftlobby argumentiert damit, dass es sich Deutschland nicht leisten könne, einen Ausstieg ernsthaft in Betracht zu ziehen. Zu abhängig sei man dann von steigenden importierten fossilen Energieträgern.

Um die Politik von einem Ausstieg aus dem Ausstieg zu überzeugen, würden sich Betreiber sogar dazu verpflichten, Beträge in zweistelliger Mrd.-Höhe zu zahlen. Die Mittel sollen auf diese Art zur Energieeffizienzsteigerung oder zur Weiterentwicklung erneuerbarer Energien genutzt werden. Das Argument, die Verlängerung der Laufzeiten wirke strompreismindernd, hat das Öko-Institut widerlegt. Die Insider befürchten vielmehr, dass eine Verlängerung der Laufzeiten und die damit verbunden erhöhte Unsicherheit "wahrscheinlich zu einem gedämpften Modernisierungsprozess und damit eher zu höheren Strompreisen führt".

(Ende)
Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
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