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pte20090211012 Medizin/Wellness, Umwelt/Energie

Fleischverzicht reduziert Klimakosten drastisch

20 Billionen Dollar Einsparung bis 2050 möglich


Kühe setzen bei der Verdauung Methan frei (Foto: pixelio, Sabine Geißler)
Kühe setzen bei der Verdauung Methan frei (Foto: pixelio, Sabine Geißler)

Bilthoven (pte012/11.02.2009/10:10) - Der Verzicht auf Burger und Frühstücksspeck könnte die Kosten für die Bekämpfung des Klimawechsels um 20 Bio. Dollar verringern. Das ist die drastische Schlussfolgerung einer Studie der Netherlands Environmental Assessment Agency http://www.mnp.nl/en , die die wirtschaftlichen Kosten der modernen fleischreichen Ernährung berechnet hat. Das Team um Elke Stehfest betont, dass eine Reduzierung von Rind- und Schweinefleisch zu einer enormen Verringerung des Kohlenstoffs führen würde, da die Vegetation auf den ungenutzten Flächen deutlich zunähme. Das Modell berücksichtigt Ackerland, das genutzt wird, um zusätzliche Nahrungsmittel zu produzieren. Dafür ist jedoch weniger Fläche notwendig. Ein Teil würde in der Folge brach liegen. Darüber hinaus würden Millionen Tonnen Methan jedes Jahr ebenfalls nicht anfallen. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Climatic Change veröffentlicht.

Die Auswirkungen dieser Umstellung würden den Aufwand für teure Technologien zur Reduzierung des Kohlenstoffs verringern. Dazu gehören auch Kraftwerke mit Reinkohle. Klimawandel-Experten warnen seit Jahren vor den großen Mengen Kohlenstoff, die durch die Fleischproduktion entstehen. Vor allem Rindfleisch führt zu großen Schäden. Methan wird bei der Verdauung der Kühe freigesetzt und durch die Zersetzung des Düngers. Um ein Kilo Rindfleisch herzustellen, müssen die Bauern der Kuh 15 Kilo Getreide und 30 Kilo Grünfutter verfüttern. Getreide erfordert Dünger, der seinerseits bei der Herstellung energieintensiv ist.

Stehfest hat jetzt die wirtschaftlichen Auswirkungen von Rindfleisch und anderen Fleischsorten mit den Kosten der Stabilisierung der Kohlendioxidwerte bei 450 Teilen pro Million analysiert. Dieser Wert wird von einigen Wissenschaftlern genannt, um gefährliche Flutkatastrophen und das Ansteigen der Meere zu verhindern. Die Wissenschaftlerin geht davon aus, dass, wenn sich die Essgewohnheiten nicht ändern, die Emissionen bis 2050 um zwei Drittel verringert werden müssen. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei rund 40 Billionen Dollar.

Stellt sich die Weltbevölkerung auf eine fleischarme Ernährung um, das wären 70 Gramm Rindfleisch und 325 Gramm Hühnerfleisch und Eier pro Woche, würden rund 15 Millionen Quadratkilometer landwirtschaftliche Nutzflächen frei werden. Die dort wachsende Vegetation würde die Kohlenstoffmenge deutlich verringern. Zusätzlich könnten dort dann Pflanzen zur Gewinnung von Bioenergie angebaut werden, die fossile Brennstoffe ersetzten. Die Treibhausgas-Emission würde ebenfalls um zehn Prozent sinken. Alle diese Maßnahmen könnten die durch die Klimaveränderung entstehenden Kosten bis 2050 halbieren. Die berechneten Kosten erscheinen dem Wissenschaftler Raymond Desjardins von Agriculture and Agri-Food Canada http://www.agr.ca realistisch zu sein. Er erklärte jedoch gegenüber New Scientist, dass es unfair sein könnte, Bauernhöfe der Zukunft mit den derzeitigen zu vergleichen.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Michaela Monschein
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