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pte20081120036 Unternehmen/Wirtschaft, Handel/Dienstleistungen

VW-Panne zwingt ersten Hedge-Fonds in die Knie

Branche mit schwächster Performance seit Jahrtausendwende


Hedge-Fonds muss nach VW-Debakel schließen (Foto: pixelio.de, RainerSturm)
Hedge-Fonds muss nach VW-Debakel schließen (Foto: pixelio.de, RainerSturm)

London (pte036/20.11.2008/16:42) - Die Fehlspekulationen mit VW-Stammaktien durch Hedge-Fonds und Investoren haben ein Nachspiel. Nachdem bereits der Familienunternehmer Adolf Merckle (ratiopharm, HeidelbergCement, etc.) über eine Mrd. Euro verloren und beim Land Baden-Württemberg vergeblich um Finanzhilfe angesucht haben soll, begraben die VW-Kurskapriolen mit dem Trident European Fund nun die erste Heuschrecke unter sich. Fonds-Verwalter JO Hambro Capital Management https://www.johcm.co.uk musste damit einen seiner zwei Hedge-Fonds schließen, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Im Oktober habe der 240 Mio. Dollar schwere Fonds das schlechteste Monat seit zehn Jahren erlebt und ein Viertel seines Werts eingebüßt. Der Großteil davon sei auf das VW-Dilemma zurückzuführen.

"Abseits der Hedge-Fonds-Industrie hat sich eine lange Reihe von Privatkunden und Investoren mit VW verspekuliert. Die Summe ihrer Verluste ist nicht abzuschätzen", meint Julien Zornig, Hedge-Fonds-Experte der Berenberg Bank http://www.berenberg.de , im Gespräch mit pressetext. So habe es wie im Fall Merckle einige spezifische Fälle gegeben, die von einer Überbewertung des VW-Papiers ausgingen. "Davon waren aber nicht nur Hedge-Fonds betroffen", betont der Experte. Dass angesichts der Verluste durch VW-Fehlspekulationen weitere Hedge-Fonds geschlossen werden, sei grundsätzlich nicht auszuschließen. Zudem hat die Branche in den vergangenen beiden Monaten ohnehin die schlechtesten Ergebnisse seit der Jahrtausendwende geliefert. "Mit Verlusten von teilweise bis zu 40 Prozent sind die Ergebnisse vieler Produkte enttäuschend", so Zornig gegenüber pressetext.

Der sprunghafte Anstieg des VW-Papiers vor etwa drei Wochen versetzte nicht nur JO Hambro einen herben Schlag. Die Aktie des Autobauers hat sich nach der Ankündigung durch Porsche, die VW-Beteiligung auf 75 Prozent zu erhöhen, in nur zwei Tagen auf zeitweise über 1.000 Euro vervierfacht. Reihenweise mussten jene Fonds und Investoren, die bei Optionsgeschäften hingegen auf fallende Kurse gesetzt hatten, aufgrund von Leerverkäufen Verluste in ungeahntem Ausmaß hinnehmen. Dazu sollen Gesellschaften wie etwa SAC Capital, Odey Asset Management, Greenlight Capital oder auch Perry Capital zählen. Zu einer Hedge-Fonds-Schließung war es bislang jedoch nicht gekommen.

(Ende)
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