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pte20080926003 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

Wachstumsmarkt Internet rettet Werbebranche

Online-Sektor trotzt rückläufigen Budgets - Vorbild Großbritannien


Karl Pall, Google Austria (Foto: fotodienst.at/Bargad)
Karl Pall, Google Austria (Foto: fotodienst.at/Bargad)

Wien (pte003/26.09.2008/06:05) - "Die Werbebranche lebt derzeit vom wachsenden Onlinemarkt. Während traditionelle Medien und Werbekonzepte zunehmend unter Druck geraten, hält der Wachstumsmarkt Internet der gegenwärtigen Werberezession stand". Mit diesen einleitenden Worten eröffnete gestern, Donnerstag, Andrej Nabergoj vom Online-Werbenetzwerk Httpool die Podiumsdiskussion zum Thema "Trends in der Online-Werbung" auf den Österreichischen Medientagen. Die Branche kämpfe zur Zeit mit der allgemein schwierigen Wirtschaftslage. Diese habe vor allem zu einer rückläufigen Entwicklung bei den Budgets in den Werbe- und Marketingagenturen geführt. "Wir werden noch im auslaufenden Jahr weitere Kürzungen der Werbebudgets erleben. Dieser Trend wird sich 2009 noch weiter verstärken", kündigte Nabergoj an. Der Online-Bereich sei heute der einzige Werbesektor, der beständige Zuwachsraten verzeichne.

Neben dem schwächelnden Wirtschaftsumfeld seien aber auch grundlegende Veränderungen in der Medienlandschaft und den Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten für die schwierige Situation der Werbebranche verantwortlich. "Die Inhalte wandern von den klassischen zunehmend in neue Medien wie das Internet ab, das die Konsumenten dann beispielsweise am Computer oder am Handy nutzen. Um weiterhin erfolgreich Werbung betreiben zu können, müssen die Agenturen den Nutzern folgen, egal wohin sie sich bewegen", erklärte Nabergoj. Zusätzlich verstärkt werde der Druck auf die Branche durch den starken Trend hin zu User-Generated Content, der mit traditionellen Werbekonzepten nur schwer zu vereinen sei. "Große Medienhäuser wie die New York Times tragen diesem Trend bereits Rechnung und haben Blog-Postings in die Hauptseite ihrer Webauftritte integriert. Das ist eine sehr interessante Entwicklung, die die Werbebranche sehr genau im Auge behalten sollte", meinte Nabergoj.

Es bestehe kein Zweifel daran, dass das Internet eine Erfolgsgeschichte ist, die sowohl die Medien- als auch die Werbebranche gehörig durchgeschüttelt habe, stellte Susanne Obermayer, Geschäftsführerin von Krone Multimedia, fest. "International gesehen ist der Boom im Online-Werbebereich eindeutig da. In Österreich scheint dieser Boom allerdings noch nicht so recht angekommen zu sein", räumte Obermayer ein. Ihrer Auffassung nach sei es der Werbebranche hierzulande bisher nicht gelungen, in einem ausreichenden Maß mit der rasant fortschreitenden Medienentwicklung Schritt zu halten. "In Österreich entfallen nur knappe fünf Prozent der jährlichen Gesamtausgaben auf Online-Werbung", kritisierte Obermayer. In Deutschland sei die Branche da im Vergleich mit 15 Prozent schon wesentlich weiter. "Von anderen Ländern wie Großbritannien ganz zu schweigen", merkte Obermayer an.

"Österreich ist bei weitem nicht das einzige Land, wo der Bereich der Online-Werbung noch nicht richtig funktioniert", betonte Karl Pall, Country Manager bei Google Austria. Die Werbebranche müsse generell erkennen, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht, nur die altbekannten Werbekanäle zu bedienen. "Wer heute erfolgreich Werbung machen will, muss genau darauf achten, was die Menschen tatsächlich wollen", erläuterte Pall. Dem Internet komme in diesem Zusammenhang eine wachsende Bedeutung zu. "Das Web ist ein tolles Medium, das viele neue Möglichkeiten für Werbung eröffnet. Vor allem die sogenannte Targeting-Werbung, die ein zielgenaues Ansprechen von Kaufzielgruppen erlaubt, wird in Zukunft zunehmend gefragter werden", so Thomas Kabke von United Internet Media. Um das volle Potenzial der neuen Möglichkeiten auszuschöpfen, müsse man sich allerdings auf die Spielregeln des Internets einlassen und klassische Standard-Werbekonzepte über Bord werfen.

(Ende)
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