pte20080319029 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Massiver Anstieg von CO2-Emissionen in China

Studie weist auch US-Kraftwerke als Schmutzproduzenten aus


Washington (pte029/19.03.2008/16:10) Weltweit ist die Reduktion von Treibhausgasen ein Thema. Zwei soeben veröffentlichte Berichte zeichnen allerdings ein deutlich anderes Bild: Nach einer Studie von US-Forschern steigen die Treibhausgas-Emissionen in China viel schneller an, als bisher angenommen. In den USA hat eine Untersuchung des Environmental Integrity Project EIP http://www.environmentalintegrity.org ergeben, dass die CO2-Emissionen aus US-Kraftwerken seit 2002 um 5,9 Prozent zugenommen haben. Die Gründe dafür liegen in veralteten Kraftwerkstechnologien.

Chinas CO2-Emissionen steigen nach der Untersuchung von Maximilian Auffhammer von der University of California in Berkeley und seinem Team von 2004 bis 2010 um mindestens elf Prozent jährlich. Den Berechnungen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC http://www.ipcc.ch zufolge gingen die Experten von einem Wachstum zwischen 2,5 und fünf Prozent jährlich aus. "Die Emissionsrate übertrifft die schlimmsten Befürchtungen und das bedeutet wiederum, dass eine Stabilisierung der CO2-Emissionen viel, viel schwieriger zu erreichen sein wird", meint der Forscher. Um den Hunger nach Strom zu stillen, ist in den vergangenen Jahren nahezu alle zwei Wochen ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb gegangen. Eine derart rasante wirtschaftliche Entwicklung wie jene in China sei bisher in der Geschichte der Menschheit noch nicht da gewesen, argumentieren Experten.

Die Befürchtung, dass China das gesamte Kyoto-Protokoll, dessen Ziel es ist, die Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, zunichte machen könnte, steigt. Für Entwicklungs- und Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien gibt es nämlich keine Emissionsbeschränkungen. China habe erst kürzlich die USA als größten CO2-Emittenten überholt, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic http://www.nationalgeographic.com .

Jüngste Ergebnisse des Environmental Integrity Project (EIP) haben indes gezeigt, dass auch in den USA die Kraftwerke alles andere als umweltschonend Strom herstellen: Allein von 2006 auf 2007 sind die CO2-Emissionen von Kraftwerken um 2,9 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit 1998. EIP hat die Zahlen für das Ergebnis von der US-Environmental Protection Agency (EPA). Die Gründe für die starken Zuwächse an Emissionen liegen vor allem in der überholten und veralteten Technik der Kraftwerke. Auch in den USA gebe es Kraftwerke, die 50 Jahre alt und immer noch in Betrieb sind. Ähnlich wie in China wird auch in den USA vielerorts Kohle zur Erzeugung von Strom verwendet. Der größte CO2-Emittent war das Robert W. Scherer Kraftwerk in Macon, Georgia, das allein im Vorjahr 27,2 Mio. Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen hat. Das waren um zwei Mio. Tonnen mehr als noch 2006. Texas war übrigens der Bundesstaat mit den höchsten CO2-Emissionen und generell auch jener mit den stärksten Zuwächsen seit zehn Jahren.

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