pte20230203011 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Neuer Urintest gibt Hinweise auf Hirntumore

Forscher der Nagoya University sind verräterischem Membranprotein CD31/CD63 auf der Spur


Nanodrähte: Hirnkrebs lässt sich deutlich früher erkennen (Foto: Takao Yasui, en.nagoya-u.ac.jp)
Nanodrähte: Hirnkrebs lässt sich deutlich früher erkennen (Foto: Takao Yasui, en.nagoya-u.ac.jp)

Nagoya (pte011/03.02.2023/10:30)

Forscher der Nagoya University setzen ein neues Gerät zum Nachweis eines Membranproteins im Urin ein, das Hinweise auf einen Hirntumor gibt. Bewährt sich das Verfahren, könnten invasive Tests überflüssig werden und dies die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Diagnose erhöhen, die früh genug für einen operativen Eingriff erfolgt. Dieser Forschungsansatz könnte auch beim Nachweis anderer Arten von Krebs eine Rolle spielen, sagen die Mediziner. Details wurden in "ACS Nano" veröffentlicht.

Extrazelluläre Vesikel im Blick

Obwohl die frühe Entdeckung vieler Arten von Krebs die Überlebensraten der Patienten gesteigert hat, ist sie bei Hirntumoren über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren fast gleich geblieben. Teilweise ist das auf die späte Diagnose zurückzuführen. Mediziner erkennen Hirntumore häufig erst nach dem Auftreten neurologischer Symptome. Dazu gehören Verluste der Bewegung und der Sprache. Zu dem Zeitpunkt hat der Tumor bereits eine beträchtliche Größe. Der Nachweis des Tumors, wenn er noch klein ist, und der frühestmögliche Beginn der Behandlung sollten dabei helfen, Leben zu retten.

Ein mögliches Anzeichen für einen Hirntumor ist das Vorhandensein tumorbedingter extrazellulärer Vesikeln (EV) im Urin. Bei EVs handelt es sich um Vesikel in Nanogröße, die bei einer ganzen Reihe von Funktionen eine Rolle spielen. Dazu gehört auch die Kommunikation von Zelle zu Zelle. Jene, die bei Patienten mit einem Hirntumor nachweisbar sind, verfügen über spezifische Arten von RNA und Membranproteinen. Sie könnten daher dafür eingesetzt werden, das Vorhandensein von Krebs und sein Fortschreiten nachzuweisen.

Urintests einfach und billig

Obwohl EVs weit weg vom Gehirn abgesondert werden, sind viele Krebszellen-EVs stabil und werden, ohne abgebaut zu werden, im Urin ausgeschieden. Laut Forschungsleiter Takao Yasui lässt sich eine "Liquid Biopsy" bei vielen Körperflüssigkeiten durchführen. "Urintests sind ein effektives, einfaches und nicht-invasives Verfahren, da der Urin viele informative Biomoleküle enthält, die für die Identifizierung einer Krankheit eingesetzt werden können", so der Wissenschaftler.

Eine Forschergruppe unter der Leitung von Yasui und Yoshinobu Baba hat eine neue Analyseplattform für Hirntumor-EVs entwickelt und dafür Nanodrähte am Boden einer Wellplatte eingesetzt. Mittels dieses Gerätes identifizieren die Forscher zwei spezifische Arten von Membranproteinen der EVs, mit der Bezeichnung CD31/CD63, in den Urinproben von Patienten mit Hirntumoren. Die Suche nach diesen verräterischen Proteinen könnte es Medizinern ermöglichen, die betroffenen Patienten zu identifizieren, noch bevor es zum Auftreten von Symptomen kommt.

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