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Mo, 21.05.2012 11:57
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pte20120521013 Computer/Telekommunikation, Unternehmen/Finanzen

Facebook entfernt Trauer-Bild von sterbendem Kind

User-Protest bringt Entschuldigung bei Mutter - Fehler eingestanden
Medienthema: Facebook entschuldigt sich (Foto: WMC-TV Screenshot: pressetext)
Medienthema: Facebook entschuldigt sich (Foto: WMC-TV Screenshot: pressetext)

Menlo Park (pte013/21.05.2012/11:57) - Facebook hat Fotos eines sterbenden Babys, welche die trauernde Mutter Heather Walker auf ihr Profil gestellt hat, von seiner Seite verbannt. Das Kind war im Februar lediglich acht Stunden nach seiner Geburt seiner Anenzephalie erlegen. Diese Fehlentwicklung äußert sich je nach Schwere im Fehlen verschiedener Teile von Schädeldach und Hirn. Als die Mutter jetzt die Bilder ihres Babys auf Facebook hochgeladen hat, entfernte Facebook diese sofort. Nach einem Aufschrei im Internet und einigen Medien-Berichten hat Facebook sich jetzt bei der Mutter entschuldigt und bezeichnet das Löschen der Bilder als Fehltritt.

"Für Facebook ist die Entscheidung, was erlaubt sein soll und was nicht, ein schmaler Grat. Es gibt Inhalte, etwa Tierquälerei oder Wiederbetätigung, die gefiltert werden müssen. In einem so persönlichen Fall hätte Facebook jedoch besser Kontakt mit der Betroffenen aufgenommen, um die Situation zu klären. Hier hat auch das soziale Netzwerk Nachholbedarf in Sachen Umgang mit den Usern", sagt Bianca Brendel von der Social Media Agency http://www.socialmediaagency.de im Gespräch mit pressetext. Viele ungewollte Inhalte überleben auf Facebook unbehelligt, weil die Menge an Information nicht kontrollierbar ist. Facebook könne nur auf Beschwerden reagieren, so die Expertin.

Zu drastisch

Laut eigenen Aussagen waren die Bilder eines sterbenden, nicht korrekt entwickelten Kindes für Facebook "zu drastisch". Nach Eingehen einer Beschwerde hat ein Mitarbeiter einige der Aufnahmen entfernt, so Facebook in einer Aussendung. Daraufhin posteten Walker und einige ihrer Freunde die Fotos trotzig noch einmal. Diese Vorgehensweise goutierte Facebook mit einer Sperre der Foto-Verteiler-Funktionalität für 24 Stunden. Diese Reaktion ist die Standardvorgehensweise und wird vom System automatisch eingeleitet. Die Mutter äußerte ihr Unverständnis öffentlich:

"Sie erlauben Menschen Fotos zu posten, auf denen sie fast nackt sind, und viele andere Dinge, aber ich soll kein Foto von Gottes wunderschöner Schöpfung einstellen dürfen?", klagt Walker. Viele Menschen in Internet sehen das genauso und haben die Geschichte weiterverteilt. Schließlich hat ein TV-Sender sich des Vorfalles angenommen und damit weitere Medien aufmerksam gemacht. Daraufhin hat Facebook sich öffentlich entschuldigt und erklärt, dass "sich nach erneuter Überprüfung herausgestellt hat, dass die Fotos nicht gegen die Nutzungsbedingungern von Facebook verstoßen".

Öffentliche Diskussion

Gerade in den USA, wo etwa Nacktheit im TV deutlich strikter gehandhabt wird als in Europa, gibt es auch Stimmen, die kontroverse Inhalte komplett aus den frei verfügbaren Medien heraushalten wollen. Walker sieht das anders: "Wenn du ein Freund bist und das Bild sehen willst, dann tu das. Wenn nicht, dann lass es. Keiner zwingt die Menschen zum Ansehen der Bilder." Ein soziales Medium wie Facebook, das den Online-Kontakt zu Freunden und Familie ermöglicht, muss eigentlich auch mit den Schattenseiten des Lebens umgehen können, auch wenn der Betreiber - etwa mit fehlenden Unmuts-Buttons - versucht, die Stimmung positiv zu halten.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Markus Keßler
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
pressetext.redaktion
   
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