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Di, 12.04.2011 11:30
pte20110412019 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Social Business: Kapitalismus und soziales Engagement
Soziale Unternehmer machen Nischen auf, wo Geschäfte funktionieren
Wiesbaden (pte019/12.04.2011/11:30) - Die Idee vom Social Business hat der Nobelpreisträger Muhammad Yunus in die Welt gesetzt. Der bangladesische Ökonom hat armen Menschen Kleinstkredite gegeben. Diese konnten mit dem wenigen Geld dennoch eine Geschäftsidee verwirklichen. In der Studie "Social Business in Deutschland 2030" von der EBS Business School http://www.ebs.edu soll das Prinzip auf die westlichen Staaten übertragen werden. "Die Idee von Social Business versuchen wir in die Industrienationen zu transferieren", sagt Inga-Lena Darkow, Professorin an der EBS Business School gegenüber pressetext. "Die Wohlfahrtsverbände kümmern sich seit Jahrzehnten um benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Wir versuchen eine Nische auszumachen, wo ein Geschäft funktioniert", erklärt Darkow. Die Studie räume mit einem Mythos auf, dass Sozialunternehmer Sozialromantiker oder realitätsferne Weltverbesserer sind. "Soziale Unternehmer sind keine Träumer", sagt die Professorin. Ganz im Zeichen der Zeit Vielmehr stehe Social Business ganz im Zeichen der Zeit - Unternehmen und Kunden seien sensibilisiert für die Thematik. "Social Business muss sich jedoch noch weiter standardisieren, spezialisieren und professionalisieren, um sich als Geschäftsmodell für Deutschland etablieren zu können", erklärte Darkow. Es geht nicht darum, Menschen wie in einer Behindertenwerkstatt arbeiten zu lassen. Als positive Beispiele nennt die Professorin etwa ein IT-Unternehmen bei dem ausschließlich Autistien beschäftigt werden, eine Schule auf Rädern für Straßenkinder oder eine Führung von Blinden für Sehende durch ihre dunkle Welt. Es wird eben nicht nur gespendet. Mit dem sozialen und geschäftlichen Handeln möchten die sozialen Geschäftsleute nachhaltige Effekte erzeugen. Social Business sei gleichsam die Bezeichnung für eine globale Bewegung, sagt Darkow. Deren Dynamik sei Yunus zu verdanken ist. Mit seiner Grameen Bank begründete der Wirtschaftswissenschaftler 1983 das Mikrokreditwesen. Die Ärmsten der Armen bekamen erstmalig die Gelegenheit, minimale Beträge zu leihen. Der Ansatz, wirtschaftliches Denken mit sozialem Nutzen zu verbinden, ist seither im Trend. (Ende)
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