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pte20100909001 Handel/Dienstleistungen, Unternehmen/Finanzen
Ackerland: Investoren umgehen Rechte von Bauern
Weltbank attestiert Entwicklungsländern erhöhte Risikoanfälligkeit
Weizen: Länder sollten über Einstiegshürden nachdenken (Foto: pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger)
Weizen: Länder sollten über Einstiegshürden nachdenken (Foto: pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger)

Washington/Berlin (pte001/09.09.2010/06:00) - Das Ackerland armer Entwicklungsländer in Asien und Afrika gerät zunehmend in den Fokus ausländischer Investoren. Bei der Verpachtung oder dem Verkauf von Agrarflächen gehen die Staaten oft aber ein unkalkulierbares Risiko ein. Wie die Weltbank http://www.worldbank.org in ihrem aktuellen Report berichtet, werden die Rechte der lokalen Bauernbevölkerung häufig missachtet, was die Lebensgrundlage vieler Menschen vor Ort akut bedroht.

China und Südkorea im Zentrum

"Finanzinvestoren verfügen über ausreichend Kapital, schaffen Arbeitsplätze und bringen das zur Ertragssteigerung nötige Know-how mit. Die Miteinbeziehung der Bauern bleibt jedoch immens wichtig", sagt Harald von Witzke, Agrarökonom an der Humboldt-Universität Berlin http://www.agrar.hu-berlin.de/struktur/institute/wisola , gegenüber pressetext. Um die eigene Bevölkerung zu versorgen, preschen Staatsfonds aus China, Südkorea und Saudi-Arabien vor.

Das Geschäft mit billigem Land bietet aber auch den Banken lukrative Gewinnaussichten. Der Grund: Die Weizenpreise steigen. Hohe Lebensmittelpreise in den Jahren 2007 und 2008 sind wie auch die jüngsten Waldbrände in Russland oder Unruhen in Mosambik Auslöser für diese Preiskapriolen. Aktuellen Zahlen der Landnahme durch ausländische Investoren sprechen für sich. 2009 belief sich das Volumen von Landkäufen der Weltbank nach auf 45 Mio. Hektar.

Einhaltung von Bedingungen wichtig

Die internationale Nachfrage nach fruchtbarem Ackerland wächst stetig. So nahm die von 1998 bis 2008 von der Agrarwirtschaft genutzte Fläche um durchschnittlich vier Mio. Hektar zu, schreibt die Financial Times Deutschland. Von Witzke sieht den Einfluss von Investoren aus dem Ausland bei Einhaltung von gestellten Bedingungen positiv. Mit der Pacht oder dem Verkauf ließe sich die Produktivität steigern und der Zugang zu neuen Technologien sichern.

Trotz positiver Effekte sprechen Kritiker von "Neokolonialismus". Mittellose Bauern könnten von den Flächen verdrängt werden, so die Befürchtung der Weltbank. Die Analyse von Daten aus 14 Ländern bestätigt die Besorgnis - vor allem in Ländern wie Mosambik oder auch Sambia. Nur in einem Fünftel der Fälle sei mit der Bewirtschaftung begonnen worden. Neben der Bauernvertreibung sind auch geringere Löhne sowie Umweltschädigungen problematisch.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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