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So, 05.02.2012
pte20100907025 Medien/Kommunikation, Handel/Dienstleistungen
Washington Post suspendiert Redakteur wegen Falschmeldung
Sportjournalist verbreitete absichtlich falsche Informationen via Twitter
Washington D.C. (pte025/07.09.2010/13:40) - Mike Wise, Sportjournalist bei der Washington Post, hat via Twitter eine absichtliche Falschmeldung lanciert, um zu beweisen, dass Journalisten und Blogger Informationen meist ungeprüft übernehmen und publizieren. Dazu setzte er eine erfundene Meldung über eine Spielsperre für den NFL-Quaterback Ben Roethlisberger in die Welt. Die Übernahmen der Falschmeldung bestätigten seinen Verdacht. Dennoch ging der Versuch für Wise selbst nach hinten los. Er wurde von seinem Arbeitgeber für einen Monat suspendiert. "So eine Aktion ist lehrreich. Es ist gut für die journalistische Branche, wenn sie hin und wieder vor dem Kopf gestoßen wird. Dann beginnen Journalisten und Blogger vielleicht zu reflektieren", erklärt Elisabeth Wasserbauer, Geschäftsführerin des Kuratorium für Journalistenausbildung, im pressetext-Interview. Glaubwürdigkeit verloren Stunden nach dem Posting verkündete Wise, dass die Message eine Falschmeldung war. Mit der kritischen und heftigen Reaktion hat der Reporter nicht gerechnet: Viele Sport-Blogger waren wütend und fanden, dass Wise und seine Zeitung keine glaubwürdige Nachrichtenquelle mehr sind. Die Washington Post hat den Sportjournalisten daraufhin suspendiert. Wise entschuldigte sich bei seinen Kollegen und Vorgesetzten für den Vorfall. Er scheint nun zu wissen, dass die Verbreitung falscher Informationen online, dieselben Konsequenzen haben, wie offline. Mit seiner Aktion gelang es Wise jedoch, die Bedeutung von Twitter als wichtige Informations-Pipeline hervorzuheben. Nicht alle Nachrichten, die über das Microblogging-Tool gepostet werden, sind richtig. Die Qualität der Information ist unterschiedlich und es bleibt dem Leser überlassen, die Glaubwürdigkeit der Quellen zu bestimmen. "Soziale Netzwerke sind eine von mehreren Quellen. Bei der Verwendung solcher Information sollte man als Journalist kein schlechtes Gewissen haben. Trotzdem ist die Nachrecherche unerlässlich", meint Wasserbauer. (Ende)
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