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pte20100906001 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness
Facebook: "Entfreunden" bringt reale Schmerzen
Emotionaler Stress durch virtuelle Freundschaftskündigung
New York (pte001/06.09.2010/06:00) - Nicht nur Freunde zu finden wird durch das Internet unkomplizierter, sondern auch, sie wieder loszuwerden: In Social Networks wie Facebook genügt ein Klick, um den Kontakt zu einer Person wieder abzubrechen. Der Ausdruck "Defriending" für diesen Vorgang wurde diesen Sommer bereits offiziell in das New Oxford American Dictionary aufgenommen, berichtet die New York Times. Zuvor wurde "unfriend" bereits zum Wort des Jahres 2009 gewählt (pressetext berichtete: http://pte.at/news/091117027/). Das virtuelle Beenden einer Freundschaft verursache jedoch reale Emotionen, so Experten. "Emotional kann es ähnlich sein, wie verlassen zu werden, weil es einseitig ist", so Irene Levine, Professorin für Psychiatrie an der NYU School of Medicine http://www.med.nyu.edu . "Während die eine Seite vielleicht schon länger überlegt, den Kontakt abzubrechen, kommt es für die andere Seite völlig überraschend", so Levine. Neue Problemstellung Das Fehlen von Körpersprache und die Unmittelbarkeit eines Klicks im Internet habe so eine völlig neue Problemstellung geschaffen. "Im echten Leben enden Freundschaften auf natürlichem Weg: Man hört einfach auf sich zu sehen, bis sich beide kaum mehr erinnern, überhaupt befreundet gewesen zu sein", so Michael Pilla, Creative Director aus White Plains. "Auf Facebook ist die Person, die man kaum kennt oder mit der man nicht mehr zurecht kommt, ständig präsent, nimmt Platz auf der Website ein und hält dich in allen Details am laufenden." Auf Facebook sind nach Schätzungen über 500 Mio. User aktiv, im Schnitt hat jeder etwa 130 Freunde. In den vergangenen Jahren seien die virtuellen Freundschaften immer wichtiger geworden, deshalb würde auch das Entfreunden immer folgenschwerer, so Aram Sinnreich Professor für Medien an der Rutgers University http://www.rutgers.edu . Früher hätten Nutzer die Freundschaften im Internet nicht so ernst genommen. "Mittlerweile sehen wir Studie für Studie, dass Menschen, die in Social Networks Freunde verlieren, mit echten psychologischen Konsequenzen konfrontiert sind." (Ende)
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