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Sa, 26.05.2012
pte20100902027 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Fettzellen verhalten sich wie Organe
Hinweise auf Krankheitspotenzial von Bauchfett
Maastricht (pte027/02.09.2010/13:55) - Ein Forscherteam der Universität von Maastricht hat entdeckt, dass Fettzellen im Bauch- und Nabelbereich weit mehr sind als nur Speicher von überschüssigen Kalorien. Viel mehr sind diese Zellen ein aktives Organ, das chemische Botenstoffe in andere Körperteile schickt. Diese sorgen wahrscheinlich dafür, dass das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Herzanfälle oder Krebs steigt. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Journal of Proteome Research über ihre Erkenntnisse. "Wir haben mehr als 20 Hormone und verschiedene andere bisher unbekannte Substanzen gefunden, die vom Körperfett ins Blut abgegeben werden", so Studienautor Johan Renes von Department of Human Biology an der Maastricht Universität http://www.unimaas.nl im pressetext-Interview. "In Untersuchungen haben wir das beweisen können", erklärt der Forscher. Die verkannte Substanzen-Fabrik Unter den von den Fettzellen produzierten Hormonen befinden sich etwa das appetitsteuernde Leptin und das Adiponektin, das zusammen mit dem Leptin, dem Insulin und anderen Hormonen das Hungergefühl und Nahrungsaufnahme reguliert. Es verstärkt auch die Wirkung des Insulins an den Fettzellen. "Bisher ist ungeklärt, was die Proteine, die von Milliarden von Fettzellen gebildet werden, im Körper anrichten", sagt Renes. Insgesamt konnten die Forscher 80 verschiedene Proteine, die von Fettzellen gebildet werden, identifizieren. Darunter waren sechs neue Proteine und 20, die bisher in menschlichen Fettzellen nicht bekannt waren. Studien geben Hinweise Erst Anfang 2010 hat Rudolf Weiner vom Krankenhaus Sachsenhausen http://www.khs-ffm.de über seine Erfahrungen mit bariatrischer Chirurgie zur Beseitigung schwerer Adipositas berichtet. Besonders eindrucksvoll fielen dabei die Verbesserungen des Gesundheitszustandes nach einer erfolgten Operation aus. In der Gruppe aller 284 Patienten hat sich die Zahl der Hypertoniker halbiert und die der Diabetes-Patienten war auf ein Drittel zurückgegangen. Am ausgeprägtesten waren jedoch die positiven Effekte auf die Leber. Für Renes könnte die Reduzierung der Fettzellen ein wesentlicher Grund dafür sein, dass sich der Gesundheitszustand der Betroffenen so rasch verbessert hat. Dennoch rät er zu einer nachhaltigen Lebensstil-Veränderung nach einer erfolgten Operation. "Wenn ein Betroffner nach einem solchen Eingriff seinen Lebensstil nicht ändert, tritt nur eine vorübergehende Besserung ein. Danach verschlechtert sich der Gesundheitszustand jedoch dramatisch", erklärt der Experte. Genaue Mechanismen noch ungeklärt "Die Abnahme des Fettgewebes als stark hormonaktives 'Organ' führt zur entsprechenden Reduktion der Hormon-Produktion. Diese Verminderung wiederum beinhaltet eine große Veränderung in der Zentralen Hormon Regulierung im Hypothalamus", erklärt Sophia Theodoridou, Oberärztin Chirurgie am Krankenhaus Sachsenhausen gegenüber pressetext. "Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig untersucht, die Praxis spricht jedoch dafür", so die Medizinerin. "Im Bereich der Leber sammelt sich das Fett in den aktiven Zellen, so dass diese ihre Funktion zunehmend verlieren und schließlich komplett einstellen." Je flächenhafter der Befall, desto größer nimmt die Leberfunktion ab, bis es schließlich zur Ausbildung einer Zirrhose kommt. "Das führt zwangsläufig im Verlauf zum Leberausfallskoma und im schlimmsten Fall zum Tode." (Ende)
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