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Do, 09.02.2012
pte20100902025 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Autoblase: Experte zerpflückt Abwrackprämie
Subvention negativ für deutsche Autobauer - verzerrter Markt bis 2011
Berlin (pte025/02.09.2010/13:45) - Des Konsumenten Freud, der Autobranche Leid: Die regierungsgestützte Subvention eines Neuwagenkaufs (Abwrackprämie) hat den deutschen Automarkt künstlich aufgebläht und verzerrt. Pikanter Weise litt ausgerechnet die deutsche Industrie unter der Förderung, da hauptsächlich in ausländische Kleinwagen investiert worden ist. Nach dem Auslaufen der Prämie bricht nun der Absatzmarkt ein. Business-as-Usual wird erst Mitte 2011 wieder einsetzen. "Die Abwrackprämie hat mit fünf Mrd. Euro an Steuergeldern den Markt aufgeblasen. Viele Kunden haben vorzeitig einen Neuwagen gekauft, jetzt fehlen diese Käufe", erklärt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen http://www.uni-due.de im Gespräch mit pressetext. Im Gegensatz zu China ist in Deutschland der Automarkt gesättigt und lebt vom Ersatzbedarf. "Man kann nicht in einem Markt von 3,2 Mio. Pkw zwei Mio. Neuwagen künstlich reinpacken. Hätte man vor einem Jahr auf die Förderung verzichtet, stünde der Markt jetzt hervorragend da", kritisiert der Experte Deutsche Prämie schädigt deutsche Branche Die Hauptprofiteure der Prämie waren Importeure wie Fiat oder Hyundai. Mit Ausnahme von VW hatte die Förderung laut Experten durchwegs negative Effekte für die deutsche Autoindustrie, da man durch die Wettbewerbsverzerrung große Rabatte auf Premiumautos geben musste. Während aber BMW, Mercedes und Audi am Binnenmarkt leiden, boomt das Geschäft im Export. "Die verdienen sich zur Zeit eine goldene Nase im Ausland. Es wurden noch nie so viel Fahrzeuge wie jetzt verkauft", relativiert Dudenhöffer. Trotz des Leidensweges in Europa ist das Geschäftsjahr 2010 sehr gut für die Premiumhersteller verlaufen, da neben China auch in Indien oder Russland die Nachfrage rasant gestiegen ist. Die Absatzzahlen in Deutschland brechen zwar ein, der Experte rechnet dennoch mittelfristig mit Erholung: "Der Markt wird sich langsam wieder beruhigen, wir werden Mitte nächsten Jahres wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen." Als kurios bezeichnet Dudenhöffer die Spaltung des Automarktes in Deutschland. "Das Geschäft mit Firmenkunden läuft vernünftig, bei den kleineren Modellen kriegen wir aber jetzt eine Menge Probleme," so der Automobilexperte. Exkurs: Sorgenkind Opel Ein besonderes Sorgenkind der deutschen Autoindustrie ist nach wie vor Opel. "Das Unternehmen steht zurzeit erheblich unter Druck, man hat durch die unklare Finanzierungslage bei GM ein ganzes Geschäftsjahr verloren - das ist sehr viel in der Autobranche", sagt Dudenhöffer. Opel hat zwar auch von der Prämie etwas profitieren können, neue Modelle lagen aber ein Jahr lang auf Eis, dazu kommen erhebliche Probleme in der Kapazitätsauslastung. "Dieses Jahr wollte Opel mit der lebenslangen Garantie etwas gegensteuern und produzierte damit einen neuen Flop, der mittlerweile von der Wettbewerbsbehörde zerschossen worden ist", kritisiert der Experte. Opel steckt tief in den roten Zahlen und aus diesen auch nicht so schnell rauskommen, so Dudenhöffer abschließend. (Ende)
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