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Di, 07.02.2012
pte20100902020 Politik/Recht, Unternehmen/Finanzen
HRW: Post und Telekom missachten Arbeitsrechte
Europäische Großkonzerne unterdrücken Gewerkschaftsbildung in USA
Bonn/New York (pte020/02.09.2010/12:27) - Mehrere deutsche und europäische Großkonzerne verstoßen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) http://www.hrw.org zufolge gegen international geltendes Menschen- und Arbeitsrecht. Darunter befinden sich den Angaben nach auch die Deutsche Telekom und ihr US-Ableger T-Mobile sowie der Versanddienstleister der Deutschen Post DHL. Den einzelnen Unternehmen wird mitunter vorgeworfen, Beschäftigte zu unterdrücken, sie zu bedrohen und an der Gewerkschaftsbildung zu hindern. Damit haben sie gleich mehrere weltweit gültige Normen und Richtlinien missachtet. Verhört, ausspioniert und entlassen "Die Unternehmen haben das Gesetz richtig unterlaufen", sagt HRW-Deutschland-Direktorin Marianne Heuwagen im Gespräch mit pressetext. Nicht nur haben sie einen Nutzen aus dem schwachen US-Arbeitsrecht gezogen, um die Vereinigungsfreiheit zu unterdrücken, wissen die Menschenrechtler. "Die Konzerne sind auch noch weit darüber hinausgegangen", unterstreicht Heuwagen. Ob es zu Sanktionen vonseiten der Regierungen kommt, bleibt offen. HRW hat die Gesellschaften auf ihre Rechtsverstöße hingewiesen und fordert Konsequenzen. Arbeitnehmer sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation dazu gezwungen worden, an anti-gewerkschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Pro-gewerkschaftliche Äußerungen wurden unterdrückt. Zudem haben die Konzerne bei der Bildung von Gewerkschaften mit Konsequenzen und bei Streiks mit Versetzung gedroht sowie Mitarbeiter verhört, ausspioniert und entlassen, die die Gewerkschaftsbildung unterstützen. "Uns ist völlig unverständlich, dass wir in dem Kontext aufgeführt werden", entgegnet Telekom-Sprecher Christian Schwolow auf Nachfrage von pressetext. "Wir weisen die Vorwürfe aufs Schärfste zurück." Sollten sich die US-Mitarbeiter für eine gewerkschaftliche Vertretung entscheiden, wird das "selbstverständlich respektiert". Der Vorwurf eines systematischen Bruchs von Arbeitnehmerrechten ist Schwolow zufolge "völlig haltlos". Telekom und T-Mobile halten sich sowohl an nationales als auch internationales Recht, so der Unternehmenssprecher. Von der DHL war bis Redaktionsschluss dieser Meldung keine Stellungnahme erhältlich. HRW liegen jedoch Reaktionen vor. "In aggressiver Weise" "In aggressiver Weise" haben die weltweit tätigen europäischen Konzerne US-Arbeitnehmer daran gehindert, sich zu organisieren und Tarifverhandlungen durchzuführen, so einer der Vorwürfe durch HRW. Neben den beiden deutschen Unternehmen befinden sich mit dem Lebensmittelhändler Tesco, der Sicherheitsfirma G4S, dem Verpflegungsdienstleister Sodexo, dem Industriekonzern Saint-Gobain, dem Autozulieferer Kongsberg Automotive und der Gamma Holding Firmen aus Großbritannien, Frankreich, Norwegen und den Niederlanden darunter. Angesichts der Verstöße gegen selbst gesetzte Standards zweifelt HRW an dem Wert freiwilliger Selbstverpflichtungen und wirft den Konzernen Heuchelei vor. Darüber hinaus haben die Gesellschaften gegen Richtlinien und Normen der Internationalen Arbeitsorganisation, der OECD, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der Vereinten Nationen und anderer Menschenrechtsinstrumente verstoßen. Stellungnahmen der Konzerne bei HRW: (Ende)
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