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pte20100831036 Forschung/Technologie, Handel/Dienstleistungen
Netzwerke machen US-Städte attraktiv
Historisch gewachsene Wirtschaftskultur dominiert in Europa
New York: Als Wirtschaftsstandort immer noch beliebt (Foto: W. Weitlaner)
New York: Als Wirtschaftsstandort immer noch beliebt (Foto: W. Weitlaner)

East Lansing/Wien (pte036/31.08.2010/13:55) - Die wirtschaftliche und kommerzielle Attraktivität einer Stadt hat nichts mit deren Größe zu tun. Zu diesem Schluss kommt der Soziologe Zachary Neal von der Michigan State University http://www.msu.edu . Obwohl die größten US-Metropolen einst auch die wirtschaftlich dominantesten waren, zählen heute Business-Netzwerke und die Verbindungen nach außen. Das kann auch kleinere Orte zu durchaus attraktiven Wirtschaftsstandorten machen.

Für den europäischen Raum - insbesondere Österreich und Deutschland - gelte das nicht, meint der Zukunftsforscher Peter Zellmann vom Institut für Freizeitforschung http://www.freizeitforschung.at im pressetext-Gespräch. Amerikanische Verhältnisse sind nicht auf Europa umzulegen, da hier bei uns gewachsene Wirtschaftskulturen den Ausschlag geben. Das werde sich in der näheren Zukunft auch nicht ändern.

Kleinere Städte als Wirtschaftsstandorte

"Kaum jemand hätte vor 50 Jahren seinen Konzernsitz in Bentonville/Arkansas errichtet, wenn New York oder Los Angeles zur Auswahl gestanden wären", so Neal. Doch die Veränderung der Technologie und die neugeschaffene Infrastruktur hat das rapide verändert. Heute gehören Denver, Phoenix und Bentonville - dem Sitz des Wal-Mart-Konzerns - zu den besten Wirtschaftsstandorten des Landes. Zudem sind sie bestens mit der restlichen Welt verbunden und verfügen über leistungsfähige Flughäfen.

Einige der großen Metropolen wie etwa New York, Los Angeles und Chicago haben den Sprung zur guten Vernetzung auch geschafft, schreibt Neal. Andere wie etwa Detroit, Cleveland oder Pittsburgh sind dagegen förmlich "abgestürzt". Der Soziologe geht davon aus, dass sich dieser Trend noch weiter fortsetzen und das Thema Nachhaltigkeit neben der optimalen Vernetzung eine zunehmende Rolle für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes spielen wird.

Undenkbar in Europa

"Mittlere und kleine Städte werden das in Europa kaum schaffen", meint Zellmann. Die Strukturen der Landeshauptstädte sind über lange Zeiträume hinweg gewachsen und haben sich dementsprechend gefestigt. Auch der kulturelle Hintergrund ist historisch gewachsen und hat den Städten so den Stempel aufgedrückt", erklärt der Forscher. "Damit gibt es eine Verbundenheit der Wirtschaftskultur."

Ein weiterer Hemmschuh sind auch die Nationalgrenzen, die trotz der EU immer noch vorhanden sind, meint Zellmann. Dass Mobilität und Vernetzung für die Ansiedelung von Unternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, sieht der Zukunftsforscher auch. "Es ist möglich, dass sich das einmal ändern wird, allerdings in der näheren Zukunft ist nicht davon auszugehen."

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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