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pte20100730019 Handel/Dienstleistungen, Unternehmen/Finanzen
Weiteres Wachstum: 2010 bringt Kur für Konjunktur
Analyse: Experten rechnen mit gutem zweiten Halbjahr
Berlin (pte019/30.07.2010/13:47) - Nach einem sehr erfolgreichen zweiten Halbjahr wird die deutsche Konjunktur im zweiten Halbjahr weiter wachsen, wenn auch nicht mehr so rasant. Trotz gemischter Erwartungen für die boomende Exportwirtschaft rechnen Experten mit einem Gesamtwachstum von zwei bis 2,5 Prozent für das laufende Jahr. Auch die Zahl der Arbeitslosen wird bis Jahresende weiter sinken. Die Erwartungen für 2011 sind eher gedämpft. "Trotz einiger Belastungsfaktoren wie etwa dem Schuldenproblem im Euro-Raum deuten alle Indikatoren darauf hin, dass es weiter aufwärts geht - wenn auch nicht mehr dem Tempo, das wir aktuell gesehen haben", sagt ifo-Konjunkturexperte Kai Carstensen http://www.cesifo-group.de im pressetext-Interview. Wegen den umfangreichen Rettungspaketen rechnet Carstensen frühestens in ein bis zwei Jahren wieder mit größeren Problemen am Markt. Im ersten Halbjahr haben vor allem exportorientierte Sparten wie Chemie, Automobil oder Maschinenbau vom schwachen Euro und den stark wachsenden Märkten in Lateinamerika und Asien profitiert. "Im zweiten Halbjahr werden aber Amerika und China wieder schwächer wachsen und das wird sich mittelfristig auch auf Europa auswirken. Die Prognose für Q3 und Q4 ist deshalb für viele Wirtschaftsbereiche eher durchwachsen", erklärt Martin Hüfner, Berater der Direkt Anlage Service AG http://direktanlage.at , gegenüber pressetext. Dennoch wird sich die Wirtschaft bis zum Jahresende noch gut weiterentwickeln, so der Analyst. Konjunktur bedeutet Jobs Auch der Arbeitsmarkt wird von der guten Wirtschaftslage weiterhin profitieren. "Saison- und konjunkturbedingt wird die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgehen. Die Drei-Millionen-Grenze in Deutschland ist zwar noch weit weg, aber bis Dezember nicht unmöglich", sagt Carstensen. Als möglichen Belastungsfaktor für den Arbeitsmarkt sieht der ifo-Experte einen Rückgang der staatlichen Konsolidierung, vor allem bei Jobs im Gesundheitssektor. "Wenn es im ersten Halbjahr gut läuft, wird sich das zweite auch gut entwickeln", bestätigt Hüfner. Ein wichtiger Grund für die Erholung am Arbeitsmarkt ist laut dem Experten die hohe Flexibilisierung bei den Unternehmen, die beispielsweise durch das Modell der Leiharbeit schon früh im Konjunkturaufschwung wieder Leute einstellen. Flaue Aussichten für 2011 Für das kommende Jahr rechnen die beiden Experten wieder mit einer schwächeren Konjunkturkurve von 1,5 bis zwei Prozent Wachstum, was für deutsche Verhältnisse aber außerordentlich positiv ist, wie Hüfner betont. Als Hauptgründe für die gedämpfte Prognose nennt der Experte erste Zinserhöhungen und die rigorosen Sparmaßnahmen der Regierungen. Außerdem wird China sein Wachstum auf bis zu acht Prozent dämpfen. Dies wird, in Verbindung mit einem härter werdenden Euro, die für die Performance in 2010 hauptverantwortliche Exportwirtschaft besonders treffen. (Ende)
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