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pte20100730013 Umwelt/Energie, Unternehmen/Finanzen
Englisches Stromnetz bald in chinesischer Hand
Großkonzern Cheung Kong zahlt sieben Milliarden Euro für EDF-Assets
London: Chinesen versorgen bald 7,8 Mio. Menschen mit Strom (Foto: pixelio.de, Ingelotte)
London: Chinesen versorgen bald 7,8 Mio. Menschen mit Strom (Foto: pixelio.de, Ingelotte)

Hongkong/London (pte013/30.07.2010/12:00) - Der chinesische Mischkonzern Cheung Kong Infrastructure Holdings http://cki.com.hk wird das britische Stromnetzgeschäft des französischen Energieriesen Electricite de France (EDF) für 5,8 Mrd. Pfund (rund 6,94 Mrd. Euro) erwerben. Wie Bloomberg heute, Freitag, schreibt, soll der Deal im Laufe des Tages in Hongkong offiziell gemacht werden. Zustimmen müssen nun nur noch Wettbewerbs- und Kartellbehörden, zu denen auch die EU-Kommission zählt.

Europa bleibt Übernahmeziel

"Das Agieren vieler chinesischer Großkonzerne zeigt, dass Europa auch künftig ein lukratives Investmentziel bleibt", erläutert Ronald-Peter Stöferle, Analyst bei der österreichischen Erste Bank http://erstebank.at , auf Anfrage von pressetext. "Mittelfristig wird sich jedoch die Frage stellen, inwieweit es den Chinesen durch die Wettbewerbshüter noch möglich sein wird, ihre Dollar-Bestände weiter zu diversifizieren", sagt der Experte. Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet. In den USA haben die Chinesen bereits Einschränkungen zu spüren bekommen.

Das Investment der Chinesen hat vor allem strategische Bedeutung. Da sich der Energiemarkt Hongkongs zuletzt eher schwach entwickelt hat, erweiterte Cheung Kong sein Portfolio. Das Unternehmen investierte in den Gas-, Wasser- und Infrastrukturbereich in Australien sowie in Kanada und Großbritannien. Im April 2009 erwarb Cheung Kong Assets am britischen Energieriesen Northern Gas Networks. Die Kriegskasse des von CEO Li Ka-shing geführten Konzerns ist voll. 2009 kündigte der Milliardär zehn Projekte in Nordamerika und Europa an.

EDF braucht Geld für Schuldenabbau

Das chinesische Marktschwergewicht, das unter anderem auch in den Bereichen Immobilien, Medien, Telekommunikation, Biotechnologie, Häfen und Einzelhandel aktiv ist, profitiert in Großbritannien vom regulativen Umfeld. Der 82-jährige CEO, der laut Forbes über ein geschätztes Privatvermögen von umgerechnet 12,4 Mrd. Euro verfügt, konnte sich mit seinem Gebot gegen eine von der australischen Macquarie geleiteten Bietergruppe durchsetzen. Dazu gehören neben der Abu Dhabi Investment Authority auch der Canadian Pension Plan.

Das Geld kann EDF derzeit gut gebrauchen. CEO Henri Proglio will damit die Schulden minimieren, die sich vor allem mit dem Kauf der British Energy Group angehäuft haben. Die EDF benötigt zudem das Geld, um den Ausbau und Aufbau von Atommeilern in Frankreich zu stemmen. Die Chinesen sind mit dem Zukauf der EDF-Sparte in Großbritannien für die Versorgung von 7,8 Mio. Menschen im Großraum London sowie im Südwesten Englands verantwortlich. Das Netz umfasst rund 170.000 Kilometer an Erdkabeln und Freileitungen.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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