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Do, 24.05.2012
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pte20100729018 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
Medien verfälschen Bild der Einwanderer
Ständiger Fokus auf Gegensätze verhindert Integration
Frauen mit Kopftuch: Journalisten zeigen Migranten nur so, wie es ins Konzept passt (Foto: UC3M)
Frauen mit Kopftuch: Journalisten zeigen Migranten nur so, wie es ins Konzept passt (Foto: UC3M)

Madrid/Wien (pte018/29.07.2010/13:35) - Das Interesse der Medien für Migranten und ihre Lebenssituation wächst. Was sie dabei zeigen, entspricht jedoch kaum der sozialen Realität der Betroffenen. Zu diesem Schluss kommen spanische Medienforscher, die die Darstellung von Migration in den Kinofilmen und Büchern ihres Landes analysiert haben. "Die Medien betonen stets das Fremde und Exotische. Somit tragen sie dazu bei, dass Einwanderer soziale Außenseiter werden", so Studienleiterin Montserrat Iglesias von der Universität Madrid http://www.uc3m.es .

Alle kommen aus Afrika

Spanische Filmproduzenten und Autoren stürzen sich vor allem auf Menschen, die aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara stammen. Viel zu häufig, wie Iglesias feststellt. "Weniger als fünf Prozent der in Spanien ankommenden Einwanderer stammen aus dieser Region. In den Köpfen der Menschen wird die Migration damit jedoch afrikanisiert." Die Auseinandersetzung mit dem Thema gehört für die Forscherin zur Identitätssuche ihres Landes, da dieses durch Einwanderung verändert wird.

Erklärbar ist die verzerrte Darstellung durch die ständige Suche der Medien nach kulturellen, ethnischen oder religiösen Gegensätzen. Am beliebtesten ist in den spanischen Medien dabei das Motiv der Straße von Gibraltar, über die Afrikaner versuchen, nach Europa zu gelangen. "Hier treffen alle Gegensätze aufeinander wie Armut, Tourismus, Überfahrt ins gelobte Land, Tod, Tragödie und Naturgewalten", analysiert die Forscherin.

Journalisten in der Exotik-Falle

"Medien zeigen Migranten vorwiegend durch Klischees", bestätigt auch Simon Inou, Sprecher des Vereins für Förderung interkultureller Medienarbeit http://www.m-media.or.at , auf pressetext-Anfrage. Dazu gehört für Inou das Bild des Islams als totalisierende Kraft ohne Frauenrechte oder die Darstellung Afrikas durch Rückständigkeit, Armut und Krieg. "Geht es um positive Bilder, ist nur Afrika-Folklore gefragt. Man will Afrikaner, die nichts als trommeln können. Pianisten, Violinisten oder Oboisten aus Afrika existieren scheinbar nicht, solange sie keine Afro-Amerikaner sind."

Medienmacher können mit Diversität und Multikulturalität wenig anfangen, sagt Inou. "Diese Themen sind in der journalistischen Ausbildung total ausgeblendet. Ein verzerrtes Bild der Migranten mit Exotismen bis hin zu Rassismen ist jedoch schon in den Schulbüchern nachweisbar", so der Experte. Sobald sie nicht mehr allein über sondern mit Migranten sprechen, tragen Journalisten für ihn zu Integration und Diversität bei. M-Media verfolgt hingegen den Ansatz, Journalisten mit Migrationshintergrund aktiv an Mainstream-Medien zu vermitteln.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-316
E-Mail:
pressetext.austria
   
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