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pte20100716021 Tourismus/Reisen, Forschung/Technologie
Klimaanlagenbauer: Keine Schuld am ICE-Chaos
Liebherr leidet unter dem Schweigen der Deutschen Bahn
Berlin/Wien (pte021/16.07.2010/13:50) - Schwitzende Passagiere in den stickig heißen ICEs der Deutschen Bahn http://www.deutschebahn.de würden die Hersteller der Klimaanlagen am liebsten selbst am Grill sehen (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/100715028/ ). Doch welches Unternehmen die fraglichen Aggregate hergestellt hat, verrät die Bahn nicht. Unfreiwillig in die Schusslinie geraten ist dabei der Klimaanlagenhersteller Liebherr. Der Name fällt im Zusammenhang mit der Taskforce - dabei befinden sich laut Liebherr in den betroffenen ICE2-Garnituren gar keine Liebherr-Geräte. Gestern, Donnerstag, bestätigte der Vorsitzende des Verkehrsauschusses im Deutschen Bundestag, Winfried Hermann im pressetext-Interview die Einrichtung der Taskforce, die die Bahn zusammen mit dem Zughersteller Siemens und dem Klimaanlagenbauer Liebherr gebildet hat. Die Taskforce soll Ergebnisse liefern und aufzeigen, wie die Fehler behoben werden können. Liebherrs Aufgabe ist es, Know-how beizusteuern. "Wir sind als Hersteller und Experte auf dem Gebiet von Klimaanlagen in die Taskforce der Bahn eingeladen worden, nicht, weil unsere Technologie betroffen war", sagt Kristian Küppers, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei Liebherr-International http://www.liebherr.com gegenüber pressetext. "Bei unseren Geräten handelt es sich um luftgestützte Klimaanlagen auf Zügen vom Typ ICE3 der zweiten Bauserie." Alte Normen entsprechen nicht mehr Gegebenheiten Die Bahn weist alle Kritik an Wartungsmängeln und systematischer Fehler zurück. Dokumente der Bahn und des Eisenbahnbundesamtes EBA deuten darauf hin, dass die Klimaanlagen ab einer Temperatur von 32 Grad nicht mehr störungsfrei arbeiten, weil die Kühlleistung nicht mehr gewährleistet ist. Vollständige Aufklärung aber will die Bahn ebenso wenig betreiben wie ICE-Produzent Siemens: Trotz mehrfacher Anfrage bei der DB gab es auf die Frage nach dem Hersteller der Klimaanlagen keine Auskunft. Siemens weigerte sich Spiegel Online zufolge ebenfalls, den Hersteller der Klimaanlagen zu nennen. Ein Grund für den Ausfall sind Normen, die zum Zeitpunkt der Lieferung der Züge gegolten haben. Das bestätigt auch ein Techniker der ÖBB gegenüber pressetext. "Die Normungskriterien von damals entsprechen nicht mehr den jetzigen Gegebenheiten", sagt der ÖBB-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte. 1992 galt die Norm von minus 20 Grad bis maximal 32 Grad bei 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Diese wurde dann einige Jahre später auf 35 Grad erhöht. Air Condition aus der Luftfahrtindustrie Erfolgreich eingesetzt werden in den neuesten ICE3 Zügen luftgestützte Klimaanlagen, die derzeit auf eine Norm zwischen minus 30 und plus 40 Grad ausgelegt sind. "Das Besondere daran ist, dass Luft als Kältemittel eingesetzt wird", sagt Küppers. "Im Vergleich zu herkömmlichen Kaltdampf-Klimasystemen sind sie in puncto Umweltfreundlichkeit und Gesamtbetriebskosten deutlich überlegen." (Ende)
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