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pte20100427020 Politik/Recht, Computer/Telekommunikation
iPhone-4G-Enthüllung wird zum Kriminalfall
Polizei stürmt Haus von Technologieblogger - Computer beschlagnahmt
iPhone-Prototyp sorgt für Aufregung (Foto: gizmodo.com)
iPhone-Prototyp sorgt für Aufregung (Foto: gizmodo.com)

Cupertino (pte020/27.04.2010/11:37) - Der Verlust eines mutmaßlichen iPhone-Prototypen durch einen Apple-Mitarbeiter wird endgültig zum Kriminalfall. Wie das Technologieportal Gizmodo berichtet, verschaffte sich die Polizei gestern, Montag, Zugang zum Haus des Redakteurs Jason Chen und beschlagnahmte mehrere Computer und Server. Chen hatte mit mehreren Artikeln über die vermutlich nächste iPhone-Generation berichtet und das über Umwege erworbene Gerät in einem Video und mehreren Fotos gezeigt. Dem Technologieblog bescherte die Veröffentlichung astronomische Zugriffsraten von über zehn Mio. Hits in wenigen Tagen.

Gizmodo-Vorgangsweise umstritten

Über die Vorgangsweise von Gizmodo war bereits kurz nach Veröffentlichung der brisanten Informationen heftig diskutiert worden. Nick Denton, der Inhaber des beliebten Technologieblogs gab nämlich unumwunden zu, dass man 5.000 Dollar für den Prototypen auf den Tisch geblättert hatte. Über den Mittelsmann, der das Telefon in einer Bar in Kalifornien gefunden haben will und schließlich das Gerät Gizmodo sowie dem rivalisierenden Technologieportal Engadget angeboten hatte, ist bisher nichts bekannt. Während Gizmodo dessen Identität schützte, veröffentlichte das Portal aber persönliche Informationen zum Apple-Mitarbeiter, der das Gerät in einer Bar liegen gelassen hatte.

Dass Apple den Vorfall auf sich sitzen lassen würde, war nicht anzunehmen. Zwar wurde das unbekannte iPhone-Modell nach offizieller Aufforderung Apples wieder retourniert. Wie die polizeilichen Ermittlungen zeigen, dürfte die Sache für Gizmodo bzw. deren Mitarbeiter noch nicht ausgestanden sein. Nach kalifornischem Gesetz handelt es sich nämlich um Diebstahl, wenn ein gefundenes Gerät trotz Kenntnis des Eigentümers nicht retourniert wird. Ebenfalls strafbar macht man sich, wenn man einen Gegenstand erwirbt, der wissentlich auf illegale Weise beschafft wurde.

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Blogger nicht gleich Journalist

Ungeachtet des möglicherweise zutreffenden Tatbestandes sorgt die Hausdurchsuchung des Gizmodo-Redakteurs aber für Aufregung. Denn eine Bundesverordnung garantiert Medienverlagen und deren Mitarbeitern größtmögliche Immunität. Ein weiteres kalifornisches Gesetz soll Redakteure sämtlicher regelmäßig erscheinender Publikationen zudem vor Hausdurchsuchungen schützen. US-Medien und Rechtsexperten rätseln nun, ob die Gesetze auch für Blogger bzw. Redakteure von professionellen Blogs zur Anwendung gelangen.

Der Vorfall stellt ein absolutes Novum in der Geschichte Apples dar. Der Konzern ist bekannt dafür, neue Produkte unter strengster Geheimhaltung zu entwickeln und diese im Rahmen groß aufgezogener Präsentationen durch CEO Steve Jobs vorzustellen. Gleichzeitig wird Apple auch immer wieder nachgesagt, mediale Spekulationen durch das gezielte Streuen von Geheiminfos anzuheizen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100108003/). Dass der aktuelle Vorfall ebenfalls ein geschickt lancierter PR-Coup Apples ist, gilt spätestens nach dem Eingreifen der Polizei als unwahrscheinlich.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Martin Jan Stepanek
Tel.: +43-1-81140-308
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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