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Sa, 26.05.2012
pte20100420038 Tourismus/Reisen, Kultur/Lifestyle
Luxusurlauber als Hoffnungsträger der Reiseindustrie
Experte: Weniger Geld, bedeutet näheres Urlaubsziel
Berlin/München (pte038/20.04.2010/17:34) - Reisen im Luxussegment - mit Ausgaben von 2.500 Euro pro Reise und mehr - sind stark zurückgegangen. Dennoch steuern sogenannte Luxusreisende mit ihren Ausgaben nach wie vor einen maßgeblichen Marktanteil in der Reiseindustrie bei. Zu diesem Schluss kommt der ITB World Travel Trends Report 2010, der von IPK International im Auftrag der ITB Berlin http://www.itb-berlin.de erstellt wurde. Europäische Reisende mit einem vergleichsweise hohen Budget von mehr als 2.500 Euro pro Reise haben 2009 zwar nur fünf Prozent aller Reisen unternommen. Sie haben jedoch mit ihren Ausgaben 27 Prozent der gesamten Reiseausgabe beigesteuert. Reisen in diesem Segment sind um 18 Prozent und damit am stärksten zurückgegangen. Rückgänge auch im mittleren Segment Das mittlere Segment - mit einem Budget zwischen 750 bis 2.500 Euro pro Reise - verzeichnete einen Rückgang von neun Prozent und kam auf 33 Prozent der Gesamtreisen. Urlauber in diesem Segment belegten mit ihren Ausgaben 47 Prozent Marktanteil. Die Anzahl der Reisen, die Urlauber mit einem Budget von bis zu 750 Euro unternahmen, ging um vier Prozent zurück und machte damit noch 62 Prozent des Gesamtreisemarktes aus. Sie tätigten jedoch nur 26 Prozent der Gesamtausgaben. "Das Ergebnis zeigt eines ganz deutlich, dass die schwindende Zahl der Luxusreisenden zukünftig noch heftiger umkämpft sein wird", so Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel und Logistics der Messe Berlin. "Die Gewinner sind die Destinationen, Airlines und Reiseveranstalter, die um die exklusiven Bedürfnisse der kaufkräftigen Klientel wissen und diese passgenau erfüllen können." Reisepreis hängt von Destination ab Ganz nachvollziehbar ist diese Rechnung nicht, meint der Experte Dominik Rossmann, Geschäftsführer von Ulysses-Web Tourismus http://www.web-tourismus.de im pressetext-Interview. Die Reiseausgaben hängen in großem Maße von der Destination ab. Der Flugpreis für Fernreisen ist hier vor allem zu nennen. Gehen die Spritpreise nach oben, verteuert sich dieses Segment. "Dass Reiche weniger Geld haben und daher weniger verreisen, ist daraus nicht abzuleiten", so Rossmann. "Zum Beispiel der Mittelstand, der sich früher aus freien Stücken für teure Reisen entschieden hat - sich etwas gegönnt hat - , hat spart nun Mittel bewußt ein und bucht daher Reisen, die preislich ein Segment weiter unten liegen." Das sei für Rossmann auch der Grund, warum in diesem Segment der Rückgang so stark sei. "Umgekehrt darf man nicht vergessen, dass dieses Hochpreissegment nur insgesamt fünf Prozent aller Reisen umfasst", erklärt der Experte. Daraus sei prinzipiell nicht abzuleiten, dass dieses Segment besonders stark umkämpft sei. "Es gibt ja auch gegensätzliche Entwicklungen, wo hochpreisige Segmente wie z.B. die Kreuzfahrten derzeit boomen." Rossmann und sein Team hatten im Februar 2010 eine Studie über "Last Minute Reisen" publiziert. 2009 haben 14,8 Mio. Deutsche ihren Urlaub 14 Tage vor dem Abreisedatum gebucht. "Obwohl die Zahl durchgeführter Reisen 2009 allgemein gesunken ist, zeigen sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise besonders bei den Last-Minute-Reisen", meint Rossmann. Die Studie zeigte, dass deutlich weniger Fernreisen spontan gebucht wurden, wodurch automatisch auch der durchschnittliche Reisepreis sank. (Ende)
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