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pte20100313007 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
Hamsterkäufe: Solarbranche trifft Abwrackeffekt
Kunden ziehen Käufe vor - Absatz bricht nach Förderkürzung ein
Bonn (pte007/13.03.2010/13:40) - Die Geschäfte in der Solarindustrie laufen in der ersten Jahreshälfte glänzend. Nach der Kürzung der Förderungen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Juli wartet jedoch ein deutlicher Nachfrage- und Absatzeinbruch auf die Branche, prognostiziert die Strategieberatung Simon-Kucher & Partners http://simon-kucher.com . Auf die vorgezogenen Hamsterkäufe von Solaranlagen in den ersten sechs Monaten folge ein Abwrackeffekt, der den Markt vorerst trocken legt. Branchenkonsolidierung verschärft sich "Im ersten Halbjahr wird der Absatz von Solaranlagen deutlich über den Erwartungen liegen", meint Alexander Thöle, Senior Consultant bei Simon-Kucher, im Gespräch mit pressetext. Käufe mit einem Leistungsvolumen von insgesamt rund 600 Megawatt bzw. bis zu 1,9 Mrd. Euro könnten vorgezogen werden. Die Nachfrage steige in den ersten sechs Monaten um 45 Prozent höher als erwartet. Auf den hohen Aufstieg folge jedoch der tiefe Fall. Der Einbruch dürfte angesichts einer 16-prozentigen Subventionskürzung sogar vergleichsweise stärker ausfallen als in der Autobranche nach dem Ende der Abwrackprämie. "Der Effekt beschleunigt die Konsolidierungswelle, die sich schon im letzten Jahr abgezeichnet hat", sagt Thöle. Wer den Prozess verschlafen hat, werde aussortiert. Im Rahmen der Auto-Abwrackprämie waren Simon-Kucher zufolge 25 Prozent des Volumens Vorziehkäufe. Dabei betrug der Rabatt hier im Schnitt nur zwölf Prozent, während die Solarförderungen um 16 Prozent gedrosselt werden sollen. Wer eine Anlage installieren will, werde versuchen, Kauf und Inbetriebnahme vor der Kürzung abzuschließen, da die Subventionen abhängig vom Zeitpunkt der Fertigstellung 20 Jahre lang konstant gelten. Chinas Solarfirmen hängen deutsche ab Branchenplayer müssen sich dem Experten zufolge auf die Auftragsflaute einstellen und in Marketing und Vertrieb investieren. Sie befinden sich besonders mit chinesischen Anbietern in einem Preiskrieg, der neben Wirtschaftskrise und Überkapazitäten erst zu einem niedrigeren Preisniveau und der Forderung nach einer Subventionskürzung geführt hat. "Firmen wie Suntech Power oder Yingli Green Energy haben deutsche Unternehmen hierzulande schon teilweise an Bekanntheitsgrad überholt und stehen ihnen auch in Sachen Qualität kaum mehr nach", so Thöle gegenüber pressetext. In einem immer stärker umkämpften Markt müssten sich die Betriebe daher einen vom Kunden wahrgenommenen Wettbewerbsvorteil sichern. (Ende)
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