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pte20100312032 Forschung/Technologie, Kultur/Lifestyle
Infrarotbilder lüften Caravaggios "Geheimnis"
Multispektralverfahren ermöglicht Rekonstruktion des Bildhintergrunds
Infrarot-Technologie macht Hintergrund des Bildes
Infrarot-Technologie macht Hintergrund des Bildes "Abendmahl in Emmaus" sichtbar

Florenz (pte032/12.03.2010/16:30) - Wissenschaftler des Opificio delle Pietre Dure http://www.opificiodellepietredure.it und des Istituto Nazionale di Ottica http://www.ino.it haben einen neuartigen Multispektral-Scanner entwickelt. Mit dem "Multi-NIR" konnten auf dem Gemälde "Abendmahl in Emmaus" bei der Entstehung aufgetragene und in späteren Phasen übermalte Entwürfe des italienschen Frühbarockmalers Caravaggio aufgedeckt werden.

"Technische Verfahren wie Radiographie und Reflektographie werden bereits seit Jahren bei der Untersuchung alter Kunstwerke angewendet", bestätigte Projektleiter Luca Pezzati. "Doch die von unserem Multispektral-Scanner erreichte Arbeitstiefe und Auflösung sind bislang einmalig."

Wellenlänge bis zu 2.300 Nanometer

Grundlage dafür ist das Infrarotbild, das mit 14 verschiedenen Wellenlängen erzeugt wird, die statt der herkömmlichen 1.050 nunmehr bis zu 2.300 Nanometer erreichen. "Das Ergebnis ist eine Abfolge monochromatischer und deckungsgleicher Bilder, die zahlreiche verborgene Einzelheiten wie Underdrawing und ursprüngliche Entwürfe offenlegt", so Pezzati weiter.

Bei den zu Tage getretenen Bildelementen handelt sich vor allem um die zeichnerischen Umrisse der Gesichter von Jesus Christus und seiner Apostel. Daneben kamen für die Jugendepoche von Caravaggio typische Gravuren zum Vorschein. Außerdem wurde ein Seitenfenster mit dem Blick auf eine für Mittelitalien typische Landschaft mit einem großen Baum sichtbar. Diese Stellen waren von dem Maler zu einem späteren Zeitpunkt durch einen dunkleren Hintergrund ersetzt worden, um dadurch der dargestellten Szene eine feierlichere und geheimnisvollere Stimmung zu verleihen.

Mit Hilfe des Multispektralverfahrens konnte gezeigt werden, wie sich der Stil des wegen seiner innovativ-realistischen Bildgestaltung bekannten Malers von der ersten Version im Jahre 1606 bis zur Endfassung im Jahre 1610 geändert hatte. Die Entdeckung der italienischen Wissenschaftler steht im Zusammenhang mit dem von Brüssel finanzierten Forschungsprogramm EU-Artech.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Harald Jung
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
pressetext.austria
   
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