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Sa, 26.05.2012
pte20100312018 Politik/Recht, Unternehmen/Finanzen
Deutsche Banken wollen ihre Ex-Manager verklagen
Fehlspekulationen könnten gerichtliches Nachspiel haben
Frankfurt (pte018/12.03.2010/11:33) - Der folgenschwere Fauxpas deutscher Banken in der Finanzkrise könnte ein gerichtliches Nachspiel für ihre ehemaligen Manager haben. Mehrere Landesbanken hatten wegen Fehlspekulationen mit toxischen Hypothekenpapieren Milliarden verloren und mussten von den Ländern teilweise vor der Pleite gerettet werden. Sie erwägen nun Klagen und Schadenersatzforderungen gegen ihre vormaligen Vorstände und Verwaltungsräte, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Finanzkreise. Die Ex-Chefs hätten über ihre Verhältnisse gewirtschaftet und fahrlässig bzw. pflichtwidrig gehandelt. "Mittelalterliche Hexenjagd" "Hier wird eine mittelalterliche Hexenjagd veranstaltet", meint Hans-Peter Burghof, Lehrstuhlinhaber für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistung an der Universität Hohenheim http://www.uni-hohenheim.de , im Gespräch mit pressetext. Fehlverhalten und Wirtschaftsstraftaten müssten zwar konsequent verfolgt werden. So mancher Ex-Banker sei auch durchaus strafrechtlich belangbar. "Die Regel ist das aber vermutlich nicht", unterstreicht Burghof. Strafrechtliche Aspekte sind dem Experten zufolge von außen nur schwer zu beurteilen. "Was aber nicht geht, ist, aufgrund dessen, was man im Nachhinein weiß, einen strafrechtlichen Tatbestand herzustellen", so Burghof gegenüber pressetext. Der Handel mit den betroffenen Papieren sei von Agenturen im Vorfeld etwa mit einem guten Rating eingestuft worden. Eine Gefahr sei nicht so offenkundig gewesen, wie weithin behauptet. "Für einen Strafbestand müsste eine Form von Untreue entdeckt werden", erklärt Burghof. Den Untreue-Paragraphen so weit auszuweiten, "dass jedes wirtschaftliche Verhalten Untreue wird", sei jedoch untragbar, meint der Fachmann. Wut gegen Manager geschürt "Einige Banker sind in der Krise entlassen worden. Die Frage ist, ob uns das reicht", sagt Burghof. Die breite Wut der Öffentlichkeit gegen die Manager werde von Politikern gefördert. Sie erzeugen einen Hype zu eigenen Zwecken. "Dabei sollte jeder vor der eigenen Türe kehren", sagt Burghof. Die Politik sei ihrerseits für die Aufsicht der Banken verantwortlich gewesen. Diese Pflicht sei nicht erfüllt worden. Politiker müssten sich daher "an der eigenen Nase nehmen", bevor sie Populismus betreiben. Klagen gegen frühere Vorstände und ehemalige Verwaltungsratsmitglieder erwägt den Angaben nach etwa das Finanzministerium Sachsen im Fall der SachsenLB, die vor der Pleite gerettet und übernommen werden musste. Bei der LBBW werde erst abgewartet, was Ermittlungen der Staatsanwälte ergeben. Aufsichtsrat und Vorstand der Hypo Real Estate prüfen Verfahren gegen den gesamten ehemaligen Vorstand und alle früheren Kontrolleure. Zur Kasse gebeten sollen auch die ehemaligen KfW-Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer werden. Das Institut fordere 100 Mio. Euro Schadenersatz für die Überweisung von 300 Mio. Euro an die Bank Lehman Brothers unmittelbar vor ihrer Pleite (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080918015/). (Ende)
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