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Do, 24.05.2012
pte20100310041 Tourismus/Reisen, Kultur/Lifestyle
ITB: "Reiseweltmeister" muss Federn lassen
Reisen jedoch so günstig wie nie - Renaissance für organisierte Reisen
Berlin (pte041/10.03.2010/18:15) - Erstmals seit vielen Jahren muss der erfolgsverwöhnte Reisemarkt Deutschland rückläufige Zahlen zur Kenntnis nehmen, 25 Prozent Umsatzeinbruch bei organisierten Geschäftsreisen und acht Prozent bei Tourismusreisen. Insgesamt ergibt das ein Umsatzminus von 13 Prozent auf 19 Mrd. Euro, so die Bilanz 2009 des Deutschen ReiseVerbands (DRV) http://www.drv.de . Dennoch sind Reiseveranstalter und Reisebüros vorsichtig optimistisch für 2010. "Die Lust auf den Sommerurlaub steigt", erklärte DRV-Präsident Klaus Laepple am Mittwoch auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin. Konsequenz der Entwicklung ist, dass Deutschland selbst als Destination profitiert. 40 Prozent der Deutschen machten 2009 Urlaub im eigenen Land, gegenüber 38 Prozent im Jahr davor. Weit dahinter folgen Italien (13,2 Prozent), Österreich (8,4 Prozent), Polen (6,7 Prozent), Spanien (5,6 Prozent) und Frankreich (4,2 Prozent). Als Gewinner wird die Türkei gehandelt und auch Ägypten kann sich im Spitzenfeld halten. Die Zahl der inländischen Übernachtungen in Deutschland stieg 2009 zwar weiter leicht auf 314 Mio., konnte den Rückgang an Gästen aus dem Ausland (54,9 gegenüber 56,5 im Jahr 2008) aber nicht wettmachen. Mehr Leistung für weniger Geld Laepple sprach vor Journalisten von einem herausfordernden Jahr 2010. Die Reisebürobranche sei vorsichtig optimistisch, aber nicht euphorisch. Grund dafür: Die Preise für organisierten Urlaub sind so günstig wie noch nie, für Ferienreisen zahlt der Konsument 2010 um bis zu acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bereits 4,6 Prozent der privaten Ausgaben gehen in Urlaubsreisen, und 50 Prozent aller Reisen werden über Veranstalter und Reisebüros gebucht. In Zeiten des Internets sei das geradezu eine "Renaissance" für die Branche, die dem Kunden 2010 "mehr Leistung für weniger Geld" bieten kann. "Eine Rabattschlacht wird es dennoch nicht geben", so der DRV-Präsident in Richtung Last-Minute-Bucher. Die teilweise massiven Preissenkungen seien auf den extremen Wettbewerb unter den Destinationen infolge der internationalen Finanzkrise zurückzuführen, sagte Laepple. Er rechne damit, dass diese "Stimulanz" zumindest zu einer Stabilisierung der Teilnehmerzahlen bei organisierten Reisen führt, vielleicht aber auch zu einer leichten Steigerung. Ob damit am Ende auch die Umsätze steigen, könne man nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die Reisebüros selbst werden allerdings nicht leiden, da diese ihre Margen beibehielten. Trotz Krise behaupten sich die Deutschen aber weiterhin als "Reiseweltmeister" und international wichtigster Quellmarkt für Reisen. Mit 59,9 Mrd. Euro (gegenüber 61,5 Mrd. Euro 2008) geben die Deutschen mehr Geld für Auslandsreisen aus als jede andere Nation, noch vor den USA. Laut DRV sind die Deutschen weiterhin der größte Nettodevisenbringer im internationalen Reiseverkehr. Bei Einnahmen wie Ausgaben aus dem internationalen Reiseverkehr lag Deutschland 2009 allerdings nur noch auf dem Niveau von 2005. (Ende)
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