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pte20100217022 Politik/Recht, Unternehmen/Finanzen
Politische Eiszeit: China stößt US-Staatsanleihen ab
Verkaufserlöse zur Finanzierung der keynesianischen Wirtschaftspolitik
Peking forciert Verkauf von US-Staatsanleihen (Foto: pixelio.de, Cornerstone)
Peking forciert Verkauf von US-Staatsanleihen (Foto: pixelio.de, Cornerstone)

Peking/Wien (pte022/17.02.2010/13:30) - Die chinesische Regierung hat im großen Stil einen Teil ihrer US-Staatsanleihen veräußert. Wie das kommunistische Regime bekannt gab, verkaufte man bereits im Dezember Anleihen über mehr als 34 Mrd. Dollar. Damit hält China nicht mehr länger den ersten Platz bei den US-Staatsanleihen. Mit einem Volumen von 755,4 Mrd. Dollar rangiert man hinter Japan. Offiziellen Angaben nach soll Japan 768,8 Mrd. Dollar in US-Staatsanleihen investiert haben.

Verkauf in Tranchen sinnvoll

"Dass die Volksrepublik ihren Bestand an US-Staatsanleihen reduziert, ist nachvollziehbar. Denn die seitens der Regierung auf den Weg gebrachte keynesianische Wirtschaftspolitik kostet nach wie vor viel Geld", erläutert Rüdiger Frank, Ostasienexperte und Professor für Wirtschaft und Gesellschaft am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien http://wirtschaft.ostasien.univie.ac.at , im Gespräch mit pressetext. Dem Fachmann zufolge wird das Land den Verkauf nur in Tranchen durchführen, um die Preise nicht zu gefährden.

Den in der Nacht auf heute, Dienstag, vom US-Finanzministerium http://ustreas.gov bekannt gegebenen Daten nach haben die Japaner ihren Bestand an US-Staatsanleihen um 11,5 Mrd. Dollar aufgestockt. Damit hat Japan China in Sachen US-Staatsanleihen erstmals seit August 2008 überholt. "Die US-Wirtschaft hängt derzeit am Tropf der US-Staatsanleihenbesitzer. So halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass die USA gegenüber ihrem Verbündeten Japan ihren Einfluss haben spielen lassen", unterstreicht Frank auf Nachfrage von pressetext.

Angespannte politische Beziehungen

Beobachter werten den Verkauf der US-Staatsanleihen Chinas unterdessen als eine Mischung von politischem Zeichen und kühlem volkswirtschaftlichen Kalkül. Die Dollar-Abwertung in den vergangenen Monaten dürfte auch eine Auswirkung auf die Entscheidung Chinas gehabt haben. Erst im vergangenen Jahr hatte die kommunistische Führung öffentlich ihre Sorge über die in Dollar bewerteten Vermögenswerte geäußert. Die Beziehungen zwischen den Staaten sind durch Handelsbeschränkungen, Internetzensur, Wechselkurs- und Menschenrechtsfragen sowie durch angekündigte US-Waffenlieferungen an Taiwan gegenwärtig stark angespannt.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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